Götterbaum auf dem Vormarsch. Er ist schön anzusehen und wächst ausgesprochen schnell. Samen und Rinde des Götterbaums aus China sind jedoch giftig.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 11. April 2021 (03:23)
Götterbäume sollten mit der Wurzel ausgerissen werden – im Bild Hannes Seehofer mit Spezialwerkzeug, einem sogenannten Treepopper.
Tanzer/Welterbegemeinden Wachau

Er stammt ursprünglich aus China, hat einen „allmächtigen“ Namen – und benimmt sich auch so: Unter heimischen Sträuchern setzt sich der Götterbaum (Ailanthus altissima) ohne Rücksicht durch. „Man erkennt ihn an den großen Fiederblättern und dem intensiven unangenehmen Geruch. Er wird oft mit dem Essigbaum verwechselt“, ist Hannes Seehofer, Naturschutzbeauftragter im Verein Welterbegemeinden Wachau, auf der „Jagd“ nach dem Neophyten.

Als Ziergehölz im 18. Jahrhundert eingeführt, verdrängt der Götterbaum mit seinem großen Wurzelgeflecht heimische Arten und kann die Keimung anderer Pflanzen hemmen. Seine Samen werden durch den Wind weit verbreitet, daher auch sein starker Vormarsch. Von der EU wurde der Götterbaum auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt.

Auch auf Trockensteinmauern in Stein zu finden: der Götterbaum.
Tanzer/Welterbegemeinden Wachau

Auch wenn der Götterbaum schön ausschaut: Seine Blätter werden nur von wenigen Tierarten gefressen. „Samen und Rinde sind giftig und können Hautreizungen verursachen und allergische Reaktionen auslösen“, weiß Seehofer.

Der Götterbaum, auch Stinkesche genannt, zählt zu den schnellwüchsigsten Baumarten (pro Jahr bis zu drei Meter). Je nach Standort wird er 25 bis 30 Meter hoch. Größere Vorkommen sind Seehofer in Krems, Stein, Dürnstein und Spitz bekannt. Besonders hartnäckig ist der Götterbaum auf Weingartenböschungen und in Trockenmauern. „Im Weinbau sollte man ihn unbedingt bekämpfen, da er auch ein Wirt für die ,Goldgelbe Vergilbung’ sein kann“, appelliert Seehofer an Grundbesitzer und Hobbygärtner, Götterbäume nicht mehr zu pflanzen bzw. sie mit der Wurzel auszureißen. Größere Bäume kann man ringeln oder ausgraben.

Im Rahmen des Life-Projekts Auenwildnis in der Au bei Rossatz wird zur Bekämpfung des Götterbaums ein biologischer Welkepilz eingesetzt, der auf der BOKU Wien entwickelt wurde.