Gerangel um die Turnsäle im Bezirk Krems. Turnsäle der Schulen essenziell für Vereine. Platz und Termine sind aber knapp.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 10. September 2019 (05:41)
Lechner
Begehrte Sportstätte: In der großen Turnhalle am Langenloiserberg trainieren nicht nur Schüler der HAK und der HLF (im Bild von links Isabella Fally, Larissa Kerschbaum, Alina Eder), sondern auch Sportvereine. Foto: Lechner

Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Anfang September hat nicht nur das neue Schuljahr begonnen. Auch viele Sportvereine starten jetzt wieder mit regelmäßigen Aktivitäten — viele davon in den Turnsälen der Schulen. Auch in Krems sind zahlreiche Vereine auf die Schulräumlichkeiten angewiesen. Die Kremser Turner nutzen sowohl die Säle des BRG Ringstraße als auch der NMS Krems, benötigen dort wöchentlich etwa elf Stunden Training. Ebenfalls im BRG aktiv sind der Leichtathletikverein Krems, und auch die Kremser Sportakrobaten kooperieren mit zwei Kremser Schulen.

„Es liegt an der Stadt Krems, sich Gedanken zu machen“

Es sind nur wenige Beispiele, aber sie zeigen: Der Andrang ist groß. Vonseiten der Sportakrobaten heißt es, dass es chronische Probleme gebe, für jede Trainingseinheit einen Raum zu bekommen. „Unsere Partner-Schulen geben ihr Bestes und wir pflegen gute Zusammenarbeit. Dennoch: Wir sind ein großer Verein, benötigen daher relativ viele Stunden“, sagt eine Vereinsvertreterin.

Der Verein nutzt von Montag bis Samstag schulische Räumlichkeiten. Insgesamt würden viele Vereine um begrenzten Raum und knappe Zeit ringen.

Weiter heißt es: „Leider ist auch die Kremser Sporthalle mit einem einzigen Verein fast schon ausgelastet. Es liegt an der Stadt Krems, sich Gedanken zu machen, wie man mehr Raum schaffen kann, um das Gedränge abzumildern.“

Rund um die vereinsmäßige Nutzung von Schulsälen ranken sich neben den zeitlichen auch andere organisatorische Fragen. Wie wird die Reinigung organisiert? Wie werden die Kosten verteilt? Wer muss für potenzielle Schäden geradestehen? „Im Schadensfall würde bei uns die Vereinskassa belastet werden“, sagt Ingrid Skorsch vom Turnverein Krems. „Aber“, meint sie, „bisher gab es das noch nicht.“ Sie berichtet allerdings von einer Beschädigung an einem Vereinsgerät durch Schüler. 20 Euro würden pro Stunde verrechnet.

Für die Leichtathleten sagt Eduard Holzer, dass für Sach- und Personenschäden sowohl von den Schulen als auch vom Verein unterschiedliche Versicherungen eingerichtet worden seien. Zahlreiche Vereine bestätigen, dass Gerätschaften beiderseits zur Verfügung gestellt und genutzt würden. Immer wieder gebe es aber Fälle, in denen die eine oder die andere Seite bestimmte Geräte verschlossen verwahre.

Die Nutzung der Turnsäle der fünf Volksschulen, für die das Bildungsamt der Stadt Krems zuständig ist, ist für Kremser Vereine übrigens gebührenfrei.

Auch vonseiten einiger Schulen wird die Kooperation mit den Vereinen insgesamt positiv gesehen. BRG-Direktor Erich Böck meint, dies entlaste das Schulbudget zumindest minimal. HLF-Direktorin Birgit Wagner sieht dadurch auch Vorteile für die eigenen Schüler: „Wenn man Jugendlichen bei ihren tollen Leistungen zusieht, kann einen das auch selbst motivieren.“

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