Neues Kremser ÖVP-Team startet mit Kampfansage an SPÖ. Leser der heutigen NÖN-Printausgabe wussten es schon früher: Martin Sedelmaier, der sich stets "geziert" hatte, wird die Nachfolge Erwin Krammers als ÖVP-Vizebürgermeister in Krems antreten. Drei Mandatare ziehen neu in den Gemeinderat ein.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 12. Mai 2021 (11:29)
Der designierte Vizebürgermeister Martin Sedelmaier (Zweiter von links) mit den neuen: Patrick Mitmasser, Doris Berger-Grabner und dem künftigen Wirtschaftsstadtrat Thomas Hagmann (von links).
Usercontent, ÖVP/Philipp Monihart

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Wie die Leserinnen und Leser der NÖN-Printausgabe und von NÖN Online seit den Morgenstunden des Mittwochs, 12. Mai, wissen, wird ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier neuer Vizebürgermeister.

Sedelmaier wie erwartet Vize

Zuletzt hatte sich der ÖVP-Chef geziert und halbherzig dementiert, die Nachfolge des in der vorvergangenen Woche zurückgetretenen Erwin Krammer annehmen zu wollen. Bei der Sitzung am Dienstagnachmittag wurden die Personalia endgültig fixiert. Wie erwartet ziehen Patrick Mitmasser und Bundesratsabgeordnete Doris Berger-Grabner neu in den Gemeinderat ein. Für sie müssen Martina Höllerschmid und Cornel-Constantin Prejban Platz machen.

Hagmann beerbt Vater indirekt

Einzige kleine Überraschung ist, dass auch Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann ins Stadtparlament nachrückt und gleich auch das Wirtschaftsressort übernimmt, das bisher in den Händen Krammers lag. Hagmann ist damit auch Nachfolger seines Vater Karl Heinz Hagmann, der in Zeiten ÖVP-Herrschaft in Krems dieses Ressort leitete.  

"Großer Schritt in die Zukunft"

Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier hatte die Neuformierung des Teams angekündigt und betont, dass die Entscheidung mit großer Geschlossenheit erfolgt sei. Er bezeichnet die Personalrochade als "einen ersten großen Schritt auf dem neuen Weg in die Zukunft". Das Krems-Quartett werde sich "ab sofort für Krems einsetzen".

Kritischer Kurs angekündigt

Die vier Persönlichkeiten, wird seitens der Volkspartei betont, seien Menschen "mit unterschiedlichem Hintergrund und vielfältigen Kompetenzen, aber mit einer gemeinsamen Linie: Voller Einsatz für Krems – kraftvoll und kämpferisch." Und Sedelmaier gibt einen Weg vor: „Zusammenarbeit, wo möglich. Klare Kritik, wo nötig.“

"Wichtig ist, was Krems braucht!"

Kämpferisch gibt sich Thomas Hagmann gleich zu Beginn: Man habe sich in den vergangenen Jahren oft fragen müssen, ob etwas zum Wohle der Stadt gemacht wird – oder weil es politisch für die derzeit stärkste Partei nützlich scheint. „Es darf keine Rolle spielen, was dem Bürgermeister nützt, sondern nur, was Krems braucht.“

Eine Kampfansage an die SPÖ

Und auch Wissenschafterin und Bundesrätin Berger-Grabner, die bisher in der Stadtpolitik keine aktive Rolle gespielt hat, vermisst die richtigen Prioritäten: „Wichtig ist nicht, was die SPÖ will. Entscheidend ist, was Krems voranbringt.“ Dafür will sich auch Patrick Mitmasser einsetzen: „Bei Ideen muss endlich die Qualität zählen, nicht, ob sie bequem für die aktuelle Mehrheitspartei sind.“

Die Angelobung des neuen Krems-Quartetts der Volkspartei erfolgt in der Gemeinderatssitzung am 26. Mai.