Priel: Bäume illegal gefällt. Weil ein Landwirt mit seinem Mähdrescher nicht an einer Baumgruppe bei Priel vorbei konnte, schnitt er diese Bäume einfach um. Gemeinde „dankte“ mit einer saftigen Geldstrafe.

Von Christian Leneis. Erstellt am 13. Mai 2021 (04:57)
Illegale Baumschlägerungen auf öffentlichem Grund bleiben nicht ohne Folgen: Der Übeltäter von Priel muss eine hohe Rechnung bezahlen und eine Ersatzpflanzung vornehmen.
privat, privat

Die Gegend rund um Priel ist auch bei Spaziergängern und Wanderern beliebt. Umso überraschter waren die Reaktionen, als an einem Weg von Priel in Richtung der Aussichtswarte von Droß plötzlich mehrere gesunde Bäume gefällt wurden. Die Gemeinde Senftenberg reagierte auf diesen Frevel rasch und forschte den Übeltäter aus.

„Konnten auch kein Motiv dafür erkennen“,

„Bei einem Spaziergang sahen wir, dass eine für uns sehr wertvolle, idyllische Baumgruppe gefällt wurde. Wir waren sehr erstaunt und traurig über den Verlust und konnten auch kein Motiv dafür erkennen“, berichteten Anrainer der NÖN. Für die Prieler ist diese Baumgruppe auch so etwas wie ein „Naturdenkmal“, umso erschütternder zeigten sie sich über die Tatsache, dass hier offensichtlich gesunde Bäume einfach umgeschnitten wurden.

Und weiter: „In Zeiten, in denen der Klimawandel mit Trockenheit und Borkenkäferbefall in Österreich ganze Wälder hinwegrafft, finden wir es ganz besonders erstaunlich, dass vier Kiefern und eine Eiche von guter Gesundheit und beträchtlichem Alter so einfach umgesägt werden. Dabei sollte doch dem Klimawandel entgegengewirkt werden, und da werden in Senftenberg einfach Bäume gefällt?“

Bürgermeister Stefan Seif bestätigte, dass hier auf öffentlichem Grund Bäume gefällt wurden – allerdings nicht durch die Gemeinde: „Wir waren selbst überrascht, als wir davon erfuhren“, berichtete Seif gegenüber der NÖN.

Die Gemeinde hatte auch rasch den Schuldigen gefunden: Ein Landwirt, der sich durch die Bäume in seiner Tätigkeit eingeschränkt sah (er konnte mit seinem Mähdrescher nicht vorbei!), hatte die fünf Bäume einfach gefällt.

Die Folgen für den „Baummörder“: Die Gemeinde stellte eine Rechnung im hohen dreistelligen Bereich aus und forderte, dass an der gleichen Stelle eine Ersatzpflanzung vorgenommen wird. Werden die Forderungen erfüllt, wird von einer Strafanzeige und einer Klage wegen Besitzstörung abgesehen.