Stadtbus Krems: Erfolg auf allen Linien. Stadtchef Resch stellt Kremser Einrichtung gutes Zeugnis aus. Er will in den kommenden Wochen alle sieben Kurse abfahren.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 20. Juni 2021 (07:42)

„Ansonsten fahre ich eher nur Samstagfrüh Bus, gesteht Bürgermeister Reinhard Resch zu Beginn der „Stadtbus-Testfahrt“ mit der NÖN. „Aber er ist ein großartiges Angebot, das genau in unser Stadtentwicklungskonzept passt.“

Für jene Stadtteile, etwa den in einem anderen Verkehrsverbund liegenden Bereich Krems-Süd oder Egelsee, stehe das Anruf-Sammeltaxi zur Verfügung. Dennoch werde man, verspricht Resch, unterwegs im Bus der Linie 2 Richtung Stein, den Vollausbau alle zwei Jahre evaluieren und die Bewerbung intensivieren. „Der öffentliche Verkehr muss einer Stadt wie Krems etwas wert sein!“ Man habe zwar einen Zehnjahresvertrag geschlossen, Änderungen seien aber immer möglich.

Offenes Ohr für Kritik: „Änderungen möglich!“

Stichwort Änderungen: Auf verbesserungswürdige Umstände angesprochen, macht sich der Stadtchef fleißig Notizen – egal, ob ein Chauffeur freundlich eine Änderung der Ampelschaltung auf der Ringstraße beim Stadtpark urgiert oder Passagiere Anliegen wie eine fehlende Sitzbank oder die ungünstige Lösung der Haltestelle Mühlhof (dort befinden sich Haltestelle und Wartehäuschen nicht an einem Platz). Auch für Kritik an der Platzierung der Haltestellentafel vor der Gozzoburg am Hohen Markt (die dort ebenso ein historisches Ensemble stört wie jene am Hafnerplatz). „Das fällt nicht in meine Zuständigkeit, aber ich nehme Anregungen und Kritik mit.“

Resch: Debatte hätte es nicht geben müssen

Resch freut sich, dass sich die teils hitzige, parteipolitisch befeuerte Diskussion um die Busse beruhigt hat: „Es hätte von Anfang an diese Debatten nicht geben müssen, wenn sich alle an die Verkehrsregeln gehalten hätten.“ Als ob die Situation bestellt gewesen wäre, blockiert kurz danach ein Fahrzeug die Durchfahrt in der Unteren Landstraße.

Der Chauffeur hupt, nach wenigen Minuten kommt der Parksünder aus einer Fleischerei. Er motzt Richtung Chauffeur – da plötzlich steigt aus einem der im Stau wartenden Auto ein Lenker aus. Haarscharf geht der lautstarke Streit der beiden an einer tätlichen Auseinandersetzung vorbei …

Der Lenker des Busses weigert sich nicht nur wegen der Anweisung seiner Firma (Blaguss), auf keinen Fall den Gehsteig zu befahren. „Ich bin seit über 30 Jahren Fahrer und schon über 2,4 Millionen Kilometer unterwegs. Die Straßenverkehrsordnung muss befolgt werden.“

Viel Platz und Taktung punkten

Am Weg in „seine“ Heimat Rehberg (Linie 4) lobt Resch Platzangebot („Das hat mich selbst überrascht!“) und Taktung der Kremser Busse. Er will in den kommenden Wochen sämtliche sieben Linien abfahren, um die Situation überall aus erster Hand kennenzulernen. Dass es im Bus dann das eine oder andere Mal ein wenig eng werden könnte, stört ihn nicht: „Zum Glück gibt es ja endlich wieder das gewohnte Alltagsleben.“