Auftragsbücher im Schraubenwerk sind voll. Wenn globale Lieferketten an Grenzen stoßen, punktet Schmid Schrauben in Hainfeld mit lokaler Verfügbarkeit. Es wird investiert, Mitarbeiter werden laufend gesucht.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 09. April 2021 (03:59)
Die neue, großzügige Produktionshalle ist eine Investition der letzten Zeit bei Schmid Schrauben Hainfeld.
Schmid Schrauben Hainfeld, Schmid Schrauben Hainfeld

Corona belastet die Wirtschaft, doch einige Firmen wissen aber die Krise zu nutzen, so auch die Firma Schmid Schrauben in Hainfeld.

Themen wie aktiver Klimaschutz, Reduktion persönlicher Ausgaben im Bereich der Reisen und damit stärkerer Fokus der Menschen auf Gestaltung des Eigenheims helfen, sicher durch die Krise zu kommen. Seit einigen Jahren zeichnet sich bereits ab, dass der Trend hin zum Holzbau immer stärker wird. Denn Grund kennt er: „Holz ist der einzige Werkstoff, der CO2 binden kann und in der Verarbeitung keine Emissionen freisetzt“, weiß Geschäftsführer Andreas Gebert. Und gerade hier punktet das Unternehmen mit seinen Schrauben und seiner Fachexpertise. Holzbau ist Ressourcen schonend, das Holz wächst ständig nach. „Aktive Forstwirtschaft hilft hier also auf Jahrzehnte die Verfügbarkeit zu sichern und schafft damit neue Arbeitsplätze“, weiß er.

„Bis 2030 soll der Umsatz verdoppelt werden.“ Andreas Gebert, Geschäftsführer Schmid Schrauben Hainfeld

Schmid Schrauben Hainfeld hat investiert. Neben dem Ankauf einiger neuer Produktionsmaschinen entstanden eine großzügige Produktionshalle und ein top moderner Bürokomplex. Die Investitionen für diese Aktivitäten liegen im achtstelligen Eurobereich. Ein Ende der Investitionen ist nicht zu erwarten, hat sich die Firma doch große Ziele für die nächsten Jahre gesetzt.

„Bis 2030 soll der Umsatz verdoppelt werden“, kündigt der Geschäftsführer an. Davon profitiert der Arbeitsmarkt, Jobs für die nächsten Jahre sollen so gesichert sein. Derzeit sind 160 Mitarbeiter beschäftigt; der jährliche Umsatz beträgt 35,6 Millionen Euro. Einhergehend mit den Investitionen sucht Schmid Schrauben ständig neue Mitarbeiter. Der Lehrlingsbereich wurde ausgebaut; neben Maschinenbautechnikern werden Werkstofftechniker und Industriekaufleute ausgebildet. Vielen der bei Schmid Schrauben geschulten Mitarbeiter sind noch immer im Unternehmen und haben es teilweise zum Gruppenleiter oder Abteilungsleiter gebracht.

„Der Wert europäischer und vor allem lokaler Produktion hat sich gerade im letzten Jahr gezeigt, wo globale Lieferketten an ihre Grenzen gestoßen sind, Ausfälle bei Lieferanten zu verzeichnen waren und nicht zuletzt fast schon wöchentlich neue Hiobsbotschaften aus der Logistikbranche vermeldet wurden“, ist Gebert überzeugt. Als Beispiele nennt er die Verknappung der Kapazitäten bei Schiffslieferungen, stark steigende Preise der Seefracht oder zuletzt die Blockade des Suez Kanals durch die „Ever Given“.

Für Schmid Schrauben spiegeln sich diese Ereignisse in vollen Auftragsbüchern von Kunden weltweit und einer hohen Auslastung im Werk wieder. „Eine an sich sehr erfreuliche Situation, mit den Beigeschmack, dass in vielen Bereichen die Zulieferbetriebe nicht mit der stark steigenden Nachfrage Schritt halten können und damit Engpässe zu befürchten sind. Es ist zu erwarten, dass sich die Preise in den nächsten Wochen bei den Vor-Lieferanten massiv erhöhen werden“, befürchtet er.