Corona-Hilfsdienste sind gut nachgefragt. Erste Bilanz Freiwillige sind quer durch den Bezirk im Einsatz und stellen Einkäufe zu. Allein St. Veit zählt 75 ehrenamtliche Helfer.

Von Markus Zauner und Eva Steyrer. Erstellt am 31. März 2020 (09:48)

Die von den Gemeinden eingeführten Hilfsdienste erfreuen sich bester Akzeptanz. Das belegen die bisherigen Daten. Am Beispiel der Bezirkshauptstadt Lilienfeld rechnet Vizebürgermeister Manuel Aichberger zufrieden vor: „Nach den ersten beiden Wochen steht eindeutig fest: Das Angebot wird von der Bevölkerung gerne angenommen. Unsere beiden Helfer haben etwa 16,5 Liter Milch, 46 Eier, 14 Kilo Brot oder 21 Bananen ausgeliefert, um nur ein paar konkrete Zahlen zu nennen. Besorgt werden aber auch Zeitungen, Toilettenpapier, Reinigungsmittel oder Wein.“

Besonders stark sei auch die Nachfrage nach Medikamenten. „Immerhin 34 Stück Medikamente wurden in der heimischen Apotheke für unsere Bezieher abgeholt. Ärzte können aktuell telefonisch Rezepte verordnen und Medikamente können auch von anderen, die Namen und SV-Nummer des Patienten kennen, abgeholt werden. Dadurch können wir nun auch rezeptpflichtige Medikamente ausliefern, nicht nur rezeptfreie, wie ursprünglich angedacht“, erklärt Aichberger.

„Auch in dieser Situation können wir unsere Dorfgemeinschaft leben.“ Rohrbachs Bürgermeister Karl Bader

In der einwohnerstärksten Bezirksgemeinde St. Veit haben sich stolze 75 Freiwillige bei der Gemeinde für Hilfsdienste gemeldet. „Bedarf ist regelmäßig da“, bestätigt Vizebürgermeister Christian Fischer. Für „Essen auf Rädern“ stehen nach Angaben Fischers aktuell pro Tag drei Freiwillige im Einsatz, Einkäufe erledigt jeden Tag eine andere Person.

In der Pfarre Rohrbach bieten ab sofort Freiwillige einen Telefondienst an — im Sinne von „gemeinsam statt einsam“. Andere übernehmen wiederum Botendienste, wie beispielsweise die Zustellung von Medikamenten für Risikogruppen. Und Rohrbachs Bürgermeister Karl Bader will mit einem regelmäßigen „Dorfboten spezial“ neben wichtigen Hinweisen zu Geschäftsöffnungszeiten und Lieferdiensten Ideen für sinnvolle Freizeitbeschäftigungen daheim bieten. Demnach bringen die Sonderausgaben künftig auch Bastelideen vom Ferienspielteam und den heimischen Pädagoginnen, Rezepte sowie diverse Gastbeiträge ins Haus. „Auch in dieser Situation können wir unsere Dorfgemeinschaft leben“, betont der Ortschef.