Gaugutz: „Menschen mit Beeinträchtigung Chance geben“. Um die Grünraumpflege am Campingplatz Wallentin kümmert sich Norbert Kartak.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 24. April 2019 (03:50)
Krizanic-Fallmann
Dass die Job-Integration von Norbert Kartak (sitzend) bei Uschi und Reinhard Wallentin (3. u. 4. v. l.) zufrieden stellend gelungen ist, darüber freuen sich Tamara Holzer-Söllner von der Arbeitsassistenz, Peter Gaugutz und Margareta Selch (2. v. r.) vom AMS. Weiterer Mitarbeiter am Traisner Campingplatz-ist Khaled Said (r.).

Zwei Hektar zum Mähen: Kein Problem für Norbert Kartak. Mit seinem bevorzugten Arbeitsgerät – dem Rasentraktor – erledigt er seine Aufgaben im Job zuverlässig. Seit einem Praktikum 2014 ist der 38-Jährige am Traisner Campingplatz der Familie Wallentin saisonal für die Grünraumpflege zuständig. „Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich in der Natur arbeiten kann“, sagt Kartak. Zuvor war der Türnitzer im Haus- und Gartenservice der Caritas-Werkstatt Lilienfeld tätig.

Den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffte er mit Unterstützung des Arbeitsmarktservice (AMS) Lilienfeld und der Arbeitsassistenz. „Man muss Personen mit besonderen Bedürfnissen auch eine Chance geben, aus der Arbeitstherapie herauszukommen und Firmen die Scheu nehmen, Defizite anzusprechen“, erklärt Peter Gaugutz vom AMS Lilienfeld. Um Hindernisse zu überwinden, sei intensive Betreuung und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig, ergänzt Tamara Holzer-Söllner von der Caritas-Arbeitsassistenz. „Wir sind sehr sozial eingestellt, außerdem passt das Vertrauensverhältnis“, sagen Uschi und Reinhard Wallentin über ihre Bereitschaft, einen Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen einzustellen.

Ein „Vorbild-Beispiel“ ist für AMS-Chefin Margareta Selch die Beschäftigung von Norbert Kartak. Das AMS Lilienfeld hat sich indes für 2019 das ehrgeizige Ziel gesetzt, für 30 behinderte Personen eine nachhaltige Arbeitsaufnahme zu unterstützen.

Während die Arbeitslosigkeit insgesamt hierzulande zuletzt um 5,5 Prozent gesunken ist, ist jene der behinderten Jobsuchenden mit 3,6 Prozent leicht angestiegen. „Diese Menschen haben es besonders schwer, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, wenn sie einmal arbeitslos geworden sind“, weiß die AMS-Geschäftsstellenleiterin.

Das AMS stellt auch ausreichend Budgetmittel zur Lohnkostenförderung für bereitwillige Unternehmen zur Verfügung, weiters kooperiert die Lilienfelder Regionalstelle mit den Arbeitsassistenten aus dem NEBA-Netzwerk des Sozialministeriumsservice (SMS).

In Summe hat das Lilienfelder AMS heuer bereits 12 behinderten Personen eine oder mehrere Förderungen zukommen lassen. „Ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen mit unseren Partnern, wie dem SMS, den Sozialpartnern und auch dem Land Niederösterreich, ist Voraussetzung, damit die Arbeitsmarktintegration zufrieden stellend für alle Beteiligten verlaufen kann. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gemeinsam gut gelingen wird“, betont Margareta Selch.

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