Sechs Filme über Lilienfeld in Planung. Dokumentarstreifen verewigen altes Wissen. Bürger sind aufgerufen, sich einzubringen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 14. Mai 2021 (03:02)
In Vorbereitung auf das „Filmchronisten“-Wochenende rund um Pfingsten trafen sich Bauamtsleiterin Christiane Rauscher, Stadtamtsdirektor Thomas Dobner, der für das „Filmchronisten“-Projekt verantwortliche Gemeinderat Erwin Martinetz, Bürgermeister Wolfgang Labenbacher, Obmann der Leader-Region Mostviertel Mitte Anton Gonaus, und Vizebürgermeister Manuel Aichberger zum Lokalaugenschein beim „Platz am Wasser“ – an jener Stelle, wo der Bus Aufstellung nehmen wird.  
Privat

Gemeinsam mit der Stadtgemeinde Lilienfeld begeben sich „Die Filmchronisten“ um Ernst Kieninger mit Unterstützung der Leader-Region auf die Suche nach besonderen Geschichten und Erzählungen. „Unschätzbares, oft nur mündlich überliefertes Wissen, Erinnerungen von Zeitzeugen, Geschichte aus erster Hand erzählt, aber auch Entwicklungen, die das Hier und Heute prägen: All das soll mit einigen kurzen Filmen dokumentiert werden“, nennt der zuständige Gemeinderat Erwin Martinetz die Intention des Projektes.

Aktuell sind die Ideengeber bei der Themensammlung. Dazu gastiert das Mobilstudio – ein zu einem Mini-Filmstudio umgebauter Solarbus – am Freitag, 21. Mai, und Samstag, 22. Mai, vor dem Gemeindeamt in Lilienfeld. „Interessierte haben hier die Möglichkeit, Themenhinweise, Ideen und spannende Geschichten zu deponieren, historisches Film- und Fotomaterial zur Digitalisierung abzugeben oder sich auch einfach Informationen über das Projekt zu holen“, lädt Isabella Größbacher-Stadler vom Leader-Büro Mostviertel Mitte ein.

Vielversprechende Quellen seien in Lilienfeld zahlreich. „Denn abgesehen von privaten SammlerInnen findet sich in der Stadtgemeinde beispielsweise das Archiv des Stiftes Lilienfeld oder auch das Bildarchiv der Fotografenfamilie Wagner, das einen reichen Schatz an Bildmaterial darstellt“, weiß Größbacher-Stadler.

Ausgewählte Geschichten aus Lilienfeld werden in Folge in Form von fünf bis sechs, rund 10-minütigen Dokumentarfilmen aufbereitet und verewigt. Der kommende Sommer und Herbst soll intensiv für die Dreharbeiten genutzt werden.

Filme sollen bis Ende des Jahres finalisiert sein

„Bis Ende 2021 werden dann alle Filme fertiggestellt. Dann wird es in jeder der 16 Projektgemeinden eine Filmvorführung in Form eines Kinoabends geben, in dessen Rahmen die Filme aus der jeweiligen Gemeinde präsentiert werden“, gewährt Größbacher-Stadler Einblicke in den weiteren Zeitplan.

Die Streifen werden den Kommunen zur weiteren Verwendung, etwa auf der Homepage, zur Verfügung gestellt und außerdem dauerhaft unter www.filmchronisten.at zu sehen sein, kündigt Größbacher-Stadler an. Und: „Auch auf dem regionalen KabelTV-Anbieter Mariazellerland TV werden die Filme veröffentlicht.“

Vizebürgermeister Manuel Aichberger unterstützt das Projekt „Die Filmchronisten“ nicht nur gemeindeseitig, sondern zeigt sich auch in seiner Funktion als künftiger Leader-Obmann-Vize von der Sinnhaftigkeit und dem Wert des Vorhabens überzeugt: „Tagtäglich können wir hunderte Stunden Filme auf unzähligen Kanälen zu Themen aus aller Welt empfangen. Die Vielfalt unserer Region, das Leben vor unserer Haustüre ist aber kaum zu sehen.“ Dabei sei das „Ötscher:Reich“ nicht nur voller Kultur- und Naturschönheiten, sondern auch reich an faszinierenden Geschichten über das Leben von damals und heute.

„Die Filmchronisten, das sind leidenschaftliche heimische Filmemacher aus der Region, die sich gemeinsam mit den Gemeinden und der Bevölkerung auf die Spuren dieser besonderen Geschichten und Erzählungen machen – und die daraus rund 100 kurze Filme gestalten“, schildert Aicherger. Ein Stück „Heimat“ aus regionaler Vergangenheit und Gegenwart könne dabei für die heutige und zukünftige Generation bewahrt und erhalten werden.