Bezirk Lilienfeld: Darauf verzichten die Promis. Neben weniger Essen und Alkohol sowie mehr Sport zählt in Pandemie-Zeiten auch die Besinnung auf das Wesentliche.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:33)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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,,Meine Großmutter hat ihr ganzes Leben in der Fastenzeit auf Fleisch- und Wurstwaren verzichtet und ist 101 Jahre geworden“, möchte Lilienfelds AMS-Geschäftsstellenleiterin Margareta Selch jetzt auf ausgeglichene Ernährung und Bewegung achten. Fasten bedeutet für sie aber auch stärkeres Besinnen, Innehalten und Einkehr: „In Corona-Zeiten heißt das für mich Dankbarkeit und Bewusstsein dafür, dass ich, meine Familie und mein AMS-Team diese herausfordernde Zeit bisher gut überstanden haben.“

Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Georg Lintner achtet seit dem ersten Lockdown auf Ernährung und tägliche Bewegung. Die Fastenzeit ändert da nicht viel. Er werde großteils auf Alkohol verzichten. Auch für Bürgermeister Michael Wurmetzberger aus Kaumberg ist das langjähriger Brauch. Das werde dieses Mal leichter fallen, weil es durch Corona keine Abendtermine gibt. Außerdem startet er mit Aschermittwoch eine siebentägige Saftkur.

„Ich nehme die Fastenzeit jedes Jahr zum Anlass, auf bestimmte Dinge und Gewohnheiten zu verzichten, um sie anschließend wieder bewusster wahrzunehmen und etwas zu entschleunigen“, erläutert Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker seine Gewohnheiten. 

Lilienfelds Bürgermeister Wolfgang Labenbacher schränkt sich bei Essen und Alkohol ein und trachtet danach, regelmäßig aktiv zu sein. Sein Vize Manuel Aichberger fastet nicht bewusst. Er bemüht sich aber generell um einen halbwegs gesunden Lebensstil mit maßvollem Genuss: „Das gelingt mir an manchen Tagen besser, an manchen schlechter.“

„Heuer ist es besonders schwierig. Beim ständigen Daheimsein und im Homeoffice wird zuhause aufgekocht"

Bürgermeister Albert Pitterle aus Hainfeld sieht sein Essverhalten durch den Lockdown enorm gefördert, obwohl er die körperlichen Aktivitäten bewusst gesteigert habe. Deshalb werde er die Fastenzeit heuer erstmalig nutzen, um drei Kilo abzunehmen und weniger Bier zu konsumieren. Das Wegfallen gesellschaftlicher Verpflichtungen wegen Corona sieht auch Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller als Chance, in der Fastenzeit keinen Alkohol zu trinken und abzunehmen.

Der Türnitzer Ex-Kicker Toni Pfeffer freut sich, dass es mit dem Aschermittwoch losgeht und er wieder ein bisserl leichter in sein Gewand hineinkommt: „Heuer ist es besonders schwierig. Beim ständigen Daheimsein und im Homeoffice wird zuhause aufgekocht. Es ist sehr schwer, die Kilos wieder runter zu kriegen, wenn man sich nicht regelmäßig bewegt. Das versuche ich natürlich auch und die Fastenzeit animiert dazu, dass man das konsequenter durchzieht.“

Ein Stück Schokolade bleibt erlaubt

Die „zurückhaltenderen Lebensgewohnheiten“ mit bewussterem Essen und regelmäßigem Sport sieht Kleinzells Bürgermeister Reinhard Hagen mit zunehmendem Alter nicht mehr auf die Fastenzeit reduziert. Besondere Erschwernisse oder Einschränkungen werde er, auch wegen der in Corona-Zeiten ohnehin gedrückteren Stimmung, aber nicht in Kauf nehmen. Ein Stückerl Schokolade am Wochenende bleibt erlaubt. Die gegenwärtige Situation könne jedoch sehr wohl zum Hinterfragen der wahren Werte im Leben anregen, um auch kritischere Situationen besser zu überstehen, meint er.

Bürgermeister Karl Bader aus Rohrbach hält sich an die religiösen Fastenregeln. Die durch entfallene Veranstaltungen gewonnene Zeit nutzt er, um sich in der Natur fit zu halten.  AK-Bezirksstellen-Leiter Burkhard Eberl hält nichts vom „Fastenzeitkult“. Er versucht das ganze Jahr über, „nicht dem Konsumwahn auf den Leim zu gehen“: „Ich muss nicht alles haben, was angeboten wird!“

„Für mich ist die Fastenzeit vor allem eine Vorbereitungszeit auf Ostern“: Stiftsabt Pius Maurer streut Mitbruder Hermann Schöppe Asche aufs Haupt.  
Stift Lilienfeld

Auf bewusstes, maßvolles Leben setzt Abt Pius Maurer vom Stift Lilienfeld — vor allem beim Essen, der Verwendung des Internets und bei der Geschäftigkeit. Bei „sehr grauslichem Wetter“ ist für ihn die Überwindung zur täglichen Ertüchtigung beim Wandern ein echtes Fasten.

Für die evangelische Pfarrerin von Mitterbach, Birgit Lusche, heißt Fasten, „das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen“. Gerade jetzt in Corona-Zeiten sei es umso wichtiger, in sich hineinzuhören, was gut tut und was nicht: „Was brauche ich unbedingt und auf was kann ich verzichten“. Für sie persönlich stehen das Gebet und das Lesen der Bibel im Vordergrund.

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