Bezirk Lilienfeld: Angeklagter ließ Prozess platzen. 27-jähriger Beschuldigter glänzte durch Abwesenheit, Verhandlung vertagt.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 22. Oktober 2020 (03:01)
Am Landesgericht St. Pölten warteten Richter und Zeugen vergeblich auf den Angeklagten.
Erna Kazic

Zunächst hatte er angezeigt, dass in seinem Mietshaus in Lilienfeld Tür, Fenster und Balkontür demoliert und ihm eine Motorsäge gestohlen worden seien. Im August erklärte er als Zeuge vor Gericht, er habe durch diese Aussage nur fremde Personen vom Grundstück fernhalten wollen. Schließlich widerrief er auch diese Darstellung als „unter Druck zustande gekommen“.

Wegen falscher Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung war der Mann (27) nun am Landesgericht St. Pölten als Angeklagter geladen. Zeugen, unter anderem eine Polizeibeamtin, die sich am Tag des Vorfalls im Haus befunden hatten, sollten Klarheit in die Sache bringen. Der mehrfach Vorbestrafte zog es aber vor, der Verhandlung fern zu bleiben. Der Richter abschließend: „Dass er heute nicht da ist, spricht auch für sich!“ Die Verhandlung wurde vertagt.