Bedingte Strafe für jungen Kassenknacker. 16-Jähriger brach Zeitungsständer auf und klaute das Geld. Richter will ihm mit milder Strafe Chance für die Zukunft geben.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 17. Mai 2019 (04:59)
Wohlmann
Auf Zeitungskassen hatte es ein junger Hainfelder abgesehen.

Ein 16-jähriger Hainfelder brauchte Geld. Zwischen Ende Dezember und März knackte er Kassen von Zeitungsständern mit Gabelschlüsseln. Er wurde von der Polizei auf frischer Tat ertappt und landete nun vor dem Richter.

„Weil Sie Geld gebraucht haben, haben Sie die Kassen aufgebrochen? Wenn das jeder machen würde. Was haben Sie denn gekauft?“, fragt der Richter. „Alkohol und Zigaretten“, antwortet der Angeklagte. „Na wenigstens sind Sie ehrlich“, schmunzelt der Richter ob der Antwort. Neben den aufgebrochenen Automaten, bei denen mindestens 250 Euro zusammenkamen, fand der Angeklagte laut eigenen Aussagen auch eine Bauchtasche mit Goldmünzen und Silberketten auf dem Mistplatz. Der Verkauf habe etwa 1.000 Euro gebracht.

„Na wenigstens sind Sie ehrlich.“ Richter zum 16-jährigen Angeklagten

Im Bericht der Jugendgerichtshilfe wird die Kooperationsbereitschaft des 16-Jährigen hervorgehoben. „Er zeigt Einsicht in sein Fehlverhalten und hat konkrete Berufspläne“, heißt es darin.

Weil er noch unbescholten ist und sich voll geständig zeigt, lässt der Richter Milde walten. Fünf Monate bei maximal möglichen 1,5 Jahren auf Bewährung setzt es für den 16-Jährigen. „Ich werde mir Ihren Lebensweg in den nächsten drei Jahren ansehen. Wenn Sie noch einen Diebstahl begehen, gehen Sie in Haft und können ein Hakerl unter Ihre Zukunft machen“, warnt der Richter.

Dieses Mal sei der junge Mann mit einem blauen Auge davongekommen, denn erst ab einer bedingten Haftstrafe über sechs Monat gibt es nach dem Jugendgerichtsgesetz einen Eintrag ins Leumundszeugnis. Dem 16-Jährigen wird Bewährungshilfe zur Seite gestellt.