FF-Chef Michael Berger hat die "Feuerwehr im Blut". Mit 30 Jahren zählt Ramsaus FF-Chef Michael Berger zu den jüngsten Kommandanten im Bezirk: „Ich verbringe sehr viel Freizeit für die Feuerwehr, da ist Toleranz wichtig.“

Von Traudl Wolfschwenger. Erstellt am 06. März 2021 (03:53)
Die Ausbildung der Mitglieder will Kommandant Michael Berger laufend verbessern.
FF Ramsau

Die Sirenen heulten: Im Sägewerk Wittmann in Ramsau war ein Feuer ausgebrochen. Es wurde ein Großbrand, der einen Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Ramsau erforderte. Das war im Jahr 2005 — drei Stunden, nachdem Michael Berger in die Mannschaft der Feuerwehr aufgenommen worden war. Sein Platz während des Brandes: bei der Pumpe zum Ansaugen des Löschwassers. Er hatte die Feuerprobe bestanden. Damals war Michael Berger 15 Jahre alt. Er erinnert sich: „Durch den aufregenden Einsatz wurden mir erst die Leistungen der Feuerwehr und die Verantwortung, welche die Mannschaft tragen muss, bewusst“.

Die Feuerwehr wurde zur Leidenschaft Michael Bergers. Schon als kleiner Bub war er verrückt nach der Feuerwehr. „Wenn die Sirenen gesurrt haben, bin ich zum Fenster gelaufen und habe geschaut, in welche Richtung die Feuerwehrautos fahren.“

„Wenn die Sirenen gesurrt haben, bin ich zum Fenster gelaufen und habe geschaut, in welche Richtung die Feuerwehrautos fahren.“ FF-Chef Michael Berger erinnert sich an seine Kindheit

Am 24. Jänner 2021 wurde er zum Hauptbrandinspektor gewählt — der höchste Rang in der Mannschaft der Feuerwehr, im Volksmund einfach als Feuerwehrkommandant betitelt. Der Weg dahin: ein Jahr Grundausbildung, dann vier Jahre eingeteiltes Mitglied, von 2009 bis 2014 war er Gruppenkommandant, von 2014 bis Jänner 2021 Zugskommandant.

Mit 30 Jahren ist Michael Berger einer der jüngsten Kommandanten im Bezirk. Es ist aber, so betont er, überhaupt ein Generationenwechsel eingetreten, viele junge Menschen, männlich wie weiblich, bewerben sich bei der Feuerwehr. Auch Ramsau zählt zehn junge Mitglieder, davon drei aktive Frauen und zwei in Ausbildung. Die Freiwillige Feuerwehr Ramsau hat zur Zeit 95 Mitglieder, davon 69 Aktive, zehn Jugendliche in Ausbildung und 16 Reservisten (Mitglieder ab 65 Jahren).

Kommandant Michael Berger hat große Ziele mit seiner Mannschaft: Die Tagesbereitschaft erhöhen ist ein wichtiges Anliegen, das heißt Mitglieder gewinnen, die untertags für einen Einsatz in Ramsau verfügbar sind. Weiters gehört die Schutzausrüstung der Mannschaft dringend ergänzt, wie neue Helme und Einsatzkleidung. Auch die Ausbildung der Mitglieder will er laufend verbessern, durch Wettkämpfe den Austausch mit den benachbarten Mannschaften fördern. „2019 wurden die Ramsauer beim Wettbewerb in Lehenrotte Bezirkssieger“, berichtet er stolz.

Ganz besonders freut ihn die Anschaffung des Hilfeleistungsfahrzeuges. Dieses ermöglicht — mit kleiner Besetzung — viel zu leisten: vom Brandeinsatz über Menschenrettung bis hin zu Schadstoffeinsätzen. In diesem Zusammenhang hebt Berger die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und mit Bürgermeisterin Gertraud Steinacher hervor: „Sie hat immer ein offenes Ohr für die Feuerwehr.“

„Ohne die Ramsauer Bevölkerung geht gar nichts“

Ein offenes Ohr, sprich Spendenfreudigkeit, braucht die Feuerwehr auch von der Bevölkerung. „Ohne die Ramsauer Bevölkerung geht gar nichts“, er freue sich schon auf Feuerwehrfeste nach der Pandemie.

Last but not least: „Ohne meine Familie geht auch nichts“, weiß Berger: „Ich verbringe sehr viel Freizeit für die Feuerwehr, da ist Toleranz wichtig“. Seine Partnerin steht hinter ihm. Töchterchen Nina war bereits mit vier Monaten Patin eines Feuerwehrfahrzeuges. Und alle, die ihn kennen, wissen: Kommandant Michael Berger hat die Feuerwehr im Blut.