Pflegerin muss sich wegen Vernachlässigung verantworten. Pflegebedürftige Dame litt während Betreuung an wunden Stellen, Geschwüren und Austrocknung. 46-jährige Pflegekraft musste sich nun wegen Vernachlässigung verantworten.

Von Corina Berger. Erstellt am 18. September 2019 (16:17)
photomak/Shutterstock.com
Symbolbild

Wegen des Vorwurfs des Quälens und Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen, musste sich eine 46-jährige Rumänin vor Gericht verantworten. Sie soll ihren Aufgaben im Rahmen der „24-Stunden-Pflege“ unzureichend nachgekommen sein und eine pflegebedürftige Frau gröblich vernachlässigt haben.

Zugetragen hat sich alles im Sommer des vorigen Jahres, hier war die aus Rumänien stammende Pflegehelferin über eine Agentur nach Rainfeld vermittelt worden, um sich um eine bettlägrige und demente Dame zu kümmern. Grundsätzlich kein Problem, kurz nach Arbeitsantritt sollen laut Zeugenauskunft jedoch bereits erste Probleme aufgetaucht sein. Die Dame sei nicht mehr aus dem Bett gehoben und oft genug umgelagert worden sein und auch soll man sie mit zu wenig Flüssigkeit versorgt haben. Dadurch haben sich bei der Frau wunde Stellen bzw. im späteren Verlauf auch Geschwüre gebildet haben. Auch eine Austrocknung des Körpers sei eingetreten.

Dies konnten zwei Ärzte feststellen, die diese Pflegemängel auch umgehend mitteilten. Die beschuldigte Pflegekraft bestreitet diese Vorwürfe der Vernachlässigung vehement und weist alle Schuld von sich: „Ich habe alles gemacht, was in meinem Ermessen stand. Ich verstehe das nicht.“ Regelmäßig gewaschen, umgelagert und gefüttert habe sie die Patientin, und auch um den Arztbesuch habe sie selbst gebeten. Die wunden Flecken seien außerdem schon vorab deutlich gewesen und nicht erst während ihres zehntätigen Einsatzes entstanden.

„Ich habe alles gemacht, was in meinem Ermessen stand. Ich verstehe das nicht.“ 46-jährige Pflegekraft im Laufe des Prozesses

Endgültig Licht in den von Emotionen überschatteten Prozess brachte dann ein medizinisches Gutachten. In diesem wurde festgehalten, dass der rasche Verfall der pflegebedürftigen Dame durch die mangelnde Pflegehandlung bedingt wurde. Darauf stützend fasste der Richter dann auch sein Urteil: schuldig. Über die 46-Jährige wurde eine bedingte Freiheitsstraße von sechs Monaten verhängt.