St. Veit: Einbrecher nächtigte in verlassenem Bau. Eindringling in leer stehendes Gebäude will nichts gestohlen haben. Hausbesitzer erschien nicht zur Verhandlung.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 27. Januar 2021 (03:07)
Am Landesgericht St. Pölten musste sich ein 36-Jähriger nach einem Einbruch in St. Veit verantworten.
Erna Kazic

Wegen versuchten Diebstahls durch Einbruch in ein leer stehendes Haus in St. Veit musste sich nun ein 36-Jähriger am Landesgericht St. Pölten verantworten. Im Juni vergangenen Jahres soll der Mann dort einen Raum als Nachtlager genutzt haben. Herumstehende Styroporplatten dienten ihm als Unterlage.

„Haben sie etwas aus dem Haus mitgenommen?“, fragte die Richterin den wegen Vorstrafen in Untersuchungshaft befindlichen Mann. „Nein“, antwortete dieser, er habe nur leere Flaschen und eine Bierdose zurückgelassen. Die Aktion tue ihm leid.

Vorgeworfen wurde ihm vom Hausbesitzer das Aufbrechen einer Holztüre, die durch ein Vorhangschloss gesichert war. Vorhangschloss habe er keines gesehen, da wäre nur ein Gitterzaun gewesen, den er auseinandergezerrt habe, um ins Haus zu gelangen, beteuerte der Angeklagte bei Gericht.

Wegen der Geringfügigkeit des Delikts – dem Fehlen des Schlosses - habe es der Hausbesitzer, mittlerweile in Deutschland wohnhaft, nicht als notwendig empfunden, zur Verhandlung zu erscheinen, erklärte die Richterin.

Die Verteidigung des Angeklagten bestand dennoch auf einer Einvernahme des Zeugen – um deutlich machen zu können, „in welch desolatem Zustand“ sich das Gebäude befunden hätte.

Die Gerichtsverhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Zeuge wird dazu neuerlich geladen.