Theresia Hofeckers Herz schlägt für Autos. Theresia Hofecker gab Einblicke in die Geschichte ihrer Firma in Traisen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 09. April 2021 (03:32)
Theresia Hofecker hat das Traisner Autohaus unter dem Namen VW Bosch über Jahrzehnte aufgebaut. Stark unterstützt wurde sie von ihrem zweiten Mann, Herbert Hofecker (links). 2015 hat sie die Firma an Bernhard Schmal verpachtet, doch ihr Herz hängt weiter daran.
Wohlmann, Wohlmann

Top-aussehend wie eh und je empfängt mich Theresia Hofecker am Parkplatz „ihres“ Autohauses nahe des Traisner Kreisverkehrs. Am Parkplatz stehen VW, Audi und Skoda. Hofecker ist seit fast sechs Jahren im Ruhestand. Das übliche Pensionsalter hat sie überschritten, ihr Alter möchte sie aber nicht verraten. Man würde es ihr ja auch nicht ansehen, stelle ich innerlich fest, während ich sie durch ihr einstiges Reich begleite. Die Firma VW Bosch hat sie mittlerweile verpachtet, das Unternehmen läuft jetzt unter dem Namen VW Schmal. Wer mehrmals am Tag, so wie ich, am Autohaus vorbeifährt, sieht immer wieder die umtriebige Lady bei der Firma, auch beim Schneeschaufeln im Winter.

„Ich kümmere mich jetzt um das Rundherum. Es soll alles schön gepflegt aussehen“, erzählt sie. Dass sie einmal Chefin eines Autohauses wird, hätte sich die gebürtige Ollersbacherin in ihrer Kindheit nicht gedacht. Die Berufswahl führte sie ins Büro, einige Jahre war sie sogar für das Verteidigungsministerium tätig. Der Hainfelder Bauernball sei ausschlaggebend für ihr neues Leben gewesen. „Dort lernte ich meinen ersten Mann kennen“, schwelgt sie in Erinnerungen.

Gleich gefunkt hat es aber nicht. Man sei aber in Kontakt geblieben. Ein Jahr später hätte Leopold Bosch sie aufgefordert, ihr etwas zu schreiben. Ihre förmliche Wortwahl blieb ihm dann in Gedächtnis; er bot ihr an, Schreibtätigkeiten für seine gepachtete Kfz-Werkstätte in Hainfeld zu übernehmen. Gesagt – getan. Aus ein wenig wurde mehr. Beruflich wie privat. Die Hochzeit folgte, 1969 kaufte das Paar das Gasthaus „Populorum“ in Traisen, um hier eine Firma zu etablieren. Bosch war begeisterter Rallyesportler, zahlreiche Pokale bestätigten seine Siege, auch das „Goldene Band.“

1972 ereilte Theresia Bosch ein schwerer Schicksalsschlag. Leopold starb. „Er war meine erste große Liebe“, bedauert sie. Plötzlich war die junge Witwe allein, mitten im Firmenumbau. Freunde bestärkten sie, nicht aufzugeben und den Betrieb mit 20 Mitarbeitern fortzuführen. Großer Druck lastete auf ihr, doch sie entschloss sich, dass Unternehmen im Sinne ihres Gatten weiterzuführen.

Ich kümmere mich jetzt um das Rundherum. Es soll alles schön gepflegt aussehen.“ Theresia Hofecker, einstige Chefn von VW Bosch

Bereits 1974 erhielt ihre Firma den Audivertrag. Es war aber nicht immer leicht für die Unternehmerin. „Die Ölkrise, laufende Preiserhöhungen, die Einführung der Normverbrauchsabgabe und die jährliche Abnahmeverpflichtung an Neufahrzeugen mussten gemeistert werden“, erzählt sie. Dass Hofecker im Laufe der Jahre eine große Leidenschaft für Autos entwickelt hat und Fachkompetenz mitbringt, beweist sie im NÖN-Gespräch über Vor- und Nachteile diverser Fahrzeuge. Sie erzählt über das veränderte Gewerbe des Auto-Mechanikers von einst, der noch echter Handwerker war, zum heutigen Kfz-Techniker mit höchstem elektronischen Fachwissen.

„Damals wurde viel mehr repariert, heute werden Teile oft nur mehr getauscht. Die EDV nimmt in der Fahrzeugtechnik von heute einen immer höheren Stellenwert ein“, erklärt sie und zeigt einige Fahrzeuge. Die gut aussehende Autohauschefin lernte ihren zweiten Mann, Herbert Hofecker, kennen. Er war ihr von nun an eine wichtige Stütze im Betrieb. „Ich bin aber kein Mechaniker, ich komme aus dem Baugewerbe“, wirft dieser ein. „Er half immer mit, wo es nur ging, von der Fahrzeugüberstellung bis zum Abschleppen“, betont sie aber.

Autodiebstahl 2005 bleibt unvergessen

1984 wurde die Spenglerei zugebaut, 1997 folgte der große Schauraum. Der stach 2005 auch einer Diebesbande ins Auge. Diese stahl gleich mehrere Fahrzeuge. „Nur durch den Einsatz der Polizisten Fuger und Königsberger konnten alle Autos sichergestellt werden“, lobt sie deren Einsatz. Ihre Arbeit bereitete ihr Freude. Dafür verantwortlich ist ihr starkes Team. Viele Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten im Haus. Hofecker zählt sie alle namentlich auf. Dabei begleitet mich die Grande Dame des Autohauses selbstverständlich persönlich zum Parkplatz retour. Sofort wirft sie einen Rundumblick über die Verkaufsfahrzeuge. Man mag kaum glauben, dass sie schon in Pension ist.