Kleinzellerin fördert indische Jugendliche. Mit Musical „Hiob“ versuchten Marlis Birkner und andere Freiwillige Drogenabhängigen Wege aus ihrer Sucht aufzuzeigen.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 18. Februar 2020 (03:07)
Marlis Birkner leitete im indischen Assam den Chor für das Musical„Hiob“.
„The Upper Room“

Brücken zwischen Österreich und Assam in Nordost-Indien bauen, will die gemeinnützige Organisation „The Upper Room“. Denn in Asien wächst die Zahl der drogenabhängigen Jugendlichen. Bereits früh werden sie süchtig nach Marihuana, Kautabak oder Alkohol. Durch interaktive Workshops mit Spielen und Diskussionsrunden, Beratungsgespräche sowie das Musical „Hiob – Wo bist du, Vater?“ sollen in gegenseitiger Wertschätzung und Eigenverantwortung Wege aus der Sucht gefunden werden.

„Schatz, den die Jugendlichen bewahren sollen“

Unter den Freiwilligen war auch Marlis Birkner aus Kleinzell, welche Gesangspädagogik und Musikerziehung mit Schwerpunkt Gesang sowie Chorleitung studiert. „Ich mache bei dem Projekt mit, weil die Methoden von ,The Upper Room‘ den Boden dafür bereiten, dass junge Menschen über sich selbst hinauswachsen können“, sagt die 24-Jährige, „sie lernen, an sich selbst und ihre Fähigkeiten zu glauben, und sind motiviert, eine Vision für ihr Leben zu entwickeln.“ Wesentliche Werte sind für Birkner auch Dankbarkeit, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und Bildung. Letztere wäre ein „Schatz, den die Jugendlichen bewahren sollen“, meint die Kleinzellerin.

Sie ist auch als musikalische Assistenz in der Opernschule der Wiener Staatsoper tätig. „Ich bereite die Kinder und Jugendlichen auf ihren Auftritt vor, dirigiere bei den Opern versteckt in einer Kulisse oder studiere Stücke mit Solisten ein, begleite die Kinder und Jugendlichen bei den Gesamtproben“, zählt Marlis Birkner ihren Aufgabenbereich auf. Im indischen Assam leitete sie ebenfalls den Chor für das von österreichischen Musik- und Theologiestudenten selbst verfasste Musical. „Die Tage waren vollgepackt mit lustigen Momenten – und harter Arbeit. Ein Musical in nur fünf Tagen auf die Beine zu stellen, ist eine echte Herausforderung. Aber die Schülerinnen und Schüler haben ihr Bestes gegeben“, freut sich die Kleinzellerin.

Schulabbrecher als nächste Zielgruppe

Nicht die Qualität der Aufführung an sich stehe im Vordergrund, sondern der Prozess der Erarbeitung. „Es gibt nichts Schöneres, als von einem Burschen zu hören, dass er durch die Musicalmitwirkung etwas geschafft hat und dadurch Hoffnung hat, auch die Drogen in den Griff zu bekommen“, schildert sie. Für Sommer ist übrigens geplant, die Methode des Musicalspielens anzuwenden, um Schulabbrecher zu motivieren, sich zu beteiligen und wieder zur Schule zu gehen, ergänzt Marlis Birkner.