Bei Disco-Schlägerei ausgerastet: „Ich steche dich ab!“. 22-Jähriger rastete bei Disco-Schlägerei völlig aus und zückte ein Messer. Gericht verdonnerte ihn zu fünf Monaten Gefängnis.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 20. April 2019 (04:00)
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Symbolbild

„Ich habe viel Whiskey getrunken“, sagt ein 22-Jähriger aus Steyr vor Gericht. Bei einer Rauferei in einer Disco im „Bermudadreieck“ rastete er, heuer am 3. Februar, aus und griff zum Messer. Am Landesgericht in St. Pölten wird ihm der Prozess gemacht.

„Wieso zucken Sie so aus?“, fragt Richter Andreas Beneder den 22-Jährigen. „Ich weiß es nicht, ich würde nie jemanden abstechen“, antwortet dieser kleinlaut. Und versichert: „Ich habe niemanden mit dem Umbringen bedroht.“

Wüste Szenen spielten sich in der Disco in Bergland ab, bevor der Angeklagte und andere Gäste von Türstehern hinausgeworfen wurden. „Drinnen gab es eine Rauferei wegen einem Mädel“, weiß ein Zeuge.

Richter: „Das Urteil soll abschrecken“

Draußen wurde weitergerauft. „Es gab eine Stressschlägerei“, so der Angeklagte. Einem an der Auseinandersetzung unbeteiligten Burschen verpasste er mit voller Wucht einen Faustschlag und mit gestrecktem Fuß einen Tritt ins Gesicht. Der Bursche blieb liegen. „Am nächsten Tag habe ich eine Beule bemerkt“, erzählt er. „Er hat mich angemotzt“, so der Angeklagte dazu.

Danach griff der 22-Jährige zum Klappmesser. „Es war ein Chaos“, sagt ein Security-Mann. „Wir haben die Eingangstür versperrt, damit nicht noch mehr Leute rauskommen. Der Angeklagte wollte aber unbedingt wieder hinein und hat die Nerven völlig verloren“, so dieser Zeuge. Mit den Worten „Ich schneide dir den Schädel ab“ habe der Angeklagte dann gedroht. „Ich habe ihn zur Seite genommen“, so der Zeuge weiter. „Geh weg, sonst steche ich dich ab!“, drohte der Steyrer.

Für den bereits vorbestraften 22-Jährigen setzt es 17 Monate teilbedingte Freiheitsstrafe. Fünf Monate davon muss er hinter Gittern absitzen (nicht rechtskräftig). Anti-Gewalt-Training soll ihn bessern. „Das Urteil soll abschrecken“, so der Richter.