18.500 Gäste bei den Melker Sommerspielen. Alleine die drei Eigenproduktionen lockten 16.300 Besucher in Wachauarena. Zum 60. Jubiläum warten 2020 „Die zehn Gebote“.

Von Markus Glück. Erstellt am 19. August 2019 (05:36)
Nimo Zimmerhackl

Mit der Dernière der Musikrevue „Fly me to the moon“ gingen vergangene Woche die 59. Sommerspiele zu Ende. Mit knapp zwei Monaten Spielzeit samt umfangreichem Rahmenprogramm der längste Spielort im Rahmen des Theatersommers Niederösterreich.

Daniela Matejschek

Mit 18.500 Besuchern und einer Auslastung von 90 Prozent setzen die drei Eigenproduktionen – mit 16.300 Gästen – „Babylon“, „Fly me to the moon“ und „Roberta Raketa“ die Erfolgsgeschichte der Sommerspiele fort. „Es war sowohl wirtschaftlich als auch künstlerisch ein sehr erfolgreiches Jahr“, ist Wachaukultur Melk-Geschäftsführerin Wiebke Leithner, die erst im April dieses Jahres die operative Geschäftsführung übernahm, mit ihrer ersten Sommerspiel-Saison zufrieden.

Auch wenn das Wort „Cashcow“ nicht gerne bei den Verantwortlichen gehört wird, entwickelte sich die Musikrevue einmal mehr zum großen Zugpferd. 20 ausverkaufte Vorstellungen samt Zusatzterminen und steten Standing Ovations zeigen die diesjährige hohe Qualität der Schauspieler.

„Wir sprechen mit der Revue Zuschauerschichten an, die seltener Kultur konsumieren. Wir haben aber auch mit den Uraufführungen beim Sprechstück ein Markenzeichen. Auf mehreren Beinen lässt es sich besser stehen“, betont Wiebke. „Cashcow“ ist für Sommerspiel-Intendant Alexander Hauer ein zu flappsiger Begriff: „Das klingt, als würden wir die Revue ausmelken. Wir machen damit intelligente Quote und sie ist eine Sache, die uns trägt.“

Zwei Eigenproduktionen mit kleinem Team

Stolz ist Hauer darauf, dass mit einem sehr kleinen Team zwei exzellente Produktionen in der Wachauarena gezeigt wurden. „Wir haben in diesem Jahr ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl gehabt und alle an einem Strang gezogen. Theater ist kein Egoshooter-Trip und wir hatten einen sehr spannenden Diskussions-Prozess“, erzählt Hauer.

Eine deutliche Steigerung vor allem auch im gesanglichen Bereich erlebte in diesem Jahr die Musikrevue. „Der Weg ging zurück von der Show zur Geschichte. Dagmar Bernhard trägt die Komödie im Körper und Ines Vogt hat die Chance, eine wahre Weltsängerin zu werden“, schwärmt Hauer von der Performance seiner Darsteller.

2020 steht mit 60 Jahren Sommerspielen ein Jubiläum vor der Tür. Für das Sprechstück „Die zehn Gebote“ werden zehn Autoren zu den einzelnen Geboten einen Text beisteuern. Mit dabei sind etwa Paulus Hochgatterer, Susanne Wolf („Die Päpstin“), Bernhard Aichner und Franzobel. „Die Autoren bekommen von mir die Gebote zugeteilt. Es wird aber keine biblische Erzählung“, betont Hauer. Die Musikrevue trägt zum Jubiläum den Pink-Songtitel „So what“.

Ebenso zweimal am Programm steht 2020 die Kinderrevue.