Ein E-Bus, ein Firmenlogo & verärgerte "Ritter". Die Firma Jungbunzlauer erhielt zwar einen positiven UVP-Bescheid für ihr Vorhaben im Bezirk Melk, aber noch steht die geplante Zitronensäurefabrik nicht: Aktuell befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Causa. Dass das Firmenlogo den neuen Kindergartenbus in Leiben ziert, stößt die Projektgegner vor den Kopf. Eine Zusammenfassung.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 03. März 2021 (15:03)
Dass das Logo der Firma Jungbunzlauer den neuen Kindergartenbus der Gemeinde ziert - obwohl das Unternehmen (noch) keinen Firmensitz in Leiben hat - sorgt bei den "Rittern der Au" für Unverständnis
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Diese 13 blauen Buchstaben auf dem neuen E-Kindergartenbus der Gemeinde Leiben lassen die "Ritter der Au" rot sehen: In dicken Lettern prangt auf der linken Seite des Fahrzeugs "Jungbunzlauer" - also das Logo jener Firma, deren Ansiedlung in der Region die Proketgegner seit über drei Jahren verhindern wollen. "Das verleitet doch zu Spekulationen", schreiben die Mitglieder der "Ritter der Au" in einem Brief an die NÖN-Redaktion.

Denn trotz positivem UVP-Bescheid steht das Werk noch nicht im Bezirk (Zelking-Matzleinsdorf und Leiben). Aktuell befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Causa Jungbunzlauer: Auf den Baubescheid des Landes NÖ folgten schließlich neun Beschwerden, diese werden nun von einem Senat aus drei Berufsrichtern geprüft. Dass das Unternehmen, obwohl es noch keinen Firmensitz gibt, ein Projekt der Gemeinde Leiben finanziell unterstützt, wirft für die Projektgegner Fragen auf.

Die Gemeinde trat an Jungbunzlauer heran

"Warum gibt's jetzt schon ein Sponsoring? Wohl nicht aus sozialen Gründen", mutmaßen die "Ritter". "Doch", hält Josef Gaß vonseiten Jungbunzlauers dagegen. "Wir unterstützen verschiedenste Projekte, seien es Vorhaben sozialer oder nachhaltiger Natur - so jetzt auch den E-Bus der Gemeinde Leiben. Heute wird alles sofort in die Korruptions-Schublade geschoben, man sollte hier aber die Kirche im Dorf lassen", meint der Firmenvertreter.

Es habe beim Sponsoring "keinen Hintergedanken" gegeben, für ihn ist die Unterstützung dieses Projekts "nichts Verwerfliches". Zudem informiert er, dass die Gemeinde selbst an das Unternehmen herangetreten ist.

Das bestätigt auch SPÖ-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz auf NÖN-Anfrage. "Unsere finanzielle Situation ist aktuell angespannt, wir haben für das Sponsoring bei ganz vielen Firmen angefragt, eben auch bei Jungbunzlauer, und alle teilnehmenden Unternehmen haben in etwa die gleiche Summe beigesteuert", sagt sie. Rund 50 Prozent der Kosten konnten durch Förderungen abgedeckt werden, der Restbetrag durch Sponsoren.

Der E-Bus fährt also jetzt schon mit dem Jungbunzlauer-Logo durch die Gemeinde Leiben. Ob die Richter die Beschwerden als zulässig oder nicht bewerten – oder sogar eine weitere Verhandlung rund um die Firmenansiedlung anberaumen – bleibt abzuwarten.