Suspendierter FP-Huber: "Mich hat niemand informiert". Erstmals nach seiner Suspendierung durch FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer spricht Martin Huber über die Geschehnisse der letzten 24 Stunden.

Von Markus Glück. Erstellt am 22. September 2019 (12:44)
FPÖ
Martin Huber

NÖN: Die letzten 24 Stunden waren sehr turbulent für Sie. Wie geht es Ihnen nach der Entscheidung der Bundespartei (Anm.: siehe unseren Bericht dazu hier )?

Martin Huber: Die Entscheidung ist zu akzeptieren. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich bin kein Nazi, war nie ein Nazi und werde auch nie ein Nazi sein.

"Es hat mit mir kein persönliches Gespräch gegeben und ich habe selbst von der Suspendierung aus der APA erfahren."

Sie sind der Erste, der das Durchgriffsrecht des Bundesparteiobmann Norbert Hofer zu spüren bekommt. Ist die Reaktionen für Sie nachvollziehbar und wie wurde Ihnen die Entscheidung mitgeteilt?

Ich akzeptiere die Entscheidung des Bundesparteiobmanns, mehr will ich dazu nicht sagen. Es hat mit mir kein persönliches Gespräch gegeben und ich habe selbst von der Suspendierung aus der APA erfahren.

Welche persönliche Konsequenzen werden Sie aus der Causa ziehen? Werden Sie ihr Landtagsmandat zurücklegen?

Es gibt derzeit viele Überlegungen. Mir macht die Arbeit im Landtag und die Arbeit mit den Bürgern im Land enormen Spaß. Das ist mein Leben und ich möchte nicht darauf verzichten.

Welche Auswirkungen hat die Suspendierung auf ihr Mandat als Gemeinderat in Blindenmarkt?

Ich bin leidenschaftlicher Blindenmarkter und auch sehr gerne Gemeinderat. Ich sehe die Funktion als Gemeinderat nicht als Parteifunktion, sondern als Arbeit für die Blindenmarkter, die mir sehr am Herzen liegen. Im Hinblick auf die Gemeinderatswahl werden wir uns zusammensetzen und beraten, wie wir weiter vorgehen.

Welche Konsequenzen erwarten Sie für die betroffenen Gemeinderäte im Bezirk Melk?

Ich kenne die Burschen alle sehr gut und glaube, dass das Liken der Beiträge auf Facebook eine unüberlegte Sache war. Ich stehe vorne und appelliere darum, dass man diese Leute aus der Öffentlichkeit draußen lässt. Ich bin der, der vorne steht.

Die Reaktionen auf die Suspendierung sind unterschiedlich. Einige sind enttäuscht von ihrer Personen, andere Funktionäre, gerade im Bezirk Melk, stärken ihnen den Rücken. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe das Posting abgesetzt, habe aber mit Neonazis nichts zu tun. Die Konsequenzen muss ich akzeptieren. Als Bezirksobmann in Melk war ich immer stolz, dass wir Funktionäre auch immer freundschaftlich miteinander verbunden waren und weiterhin sind.

Ein Funktionär aus dem Bezirk Melk hat seine Parteifunktion und seine Mitgliedschaft zurück gelegt (Anm.: siehe hier bzw. unten) und gesagt, er will mit dem „braunen Sumpf“ in der FPÖ im Bezirk Melk nichts zu tun haben. Gibt es diesen „braunen Sumpf“ in der FPÖ?

Es gibt hundertprozentig keinen „braunen Sumpf“ in der FPÖ im Bezirk Melk. Ich glaube, bei dieser Entscheidung sind ihm die Emotionen durchgegangen.

Die FPÖ hat am Samstagabend sofort ihre E-Mailadresse und ihre Zugänge gesperrt. Hat man Sie darüber informiert?

Nein, ich habe darüber keine Information erhalten. Ich war aber selbst überrascht, da ich keine E-Mails bekommen habe, dabei aber von einem ruhigen Samstagnachmittag ausgegangen bin.

Sie sind einer der ranghöchsten Funktionäre der FPÖ und Ihnen wird ohne Wissen ihre E-Mail-Adresse gesperrt. Wie geht man damit persönlich um?

Ich bin nicht gekränkt, man macht sich darüber aber sein eigenes Bild.

Wie lange wird ihre Suspendierung andauern? Wie wird es nachher mit ihrer Person weitergehen?

Da man mit mir bisher nicht gesprochen hat, kann ich dazu derzeit leider nichts sagen. Ich weiß leider nicht, wie lange die Suspendierung dauern wird und wie es danach weitergeht.