Fehlerhafte Masken im Melker Spital. Probleme bei Vernähung des Filters bei Schutzmasken aus türkischer Lieferung.

Von Markus Glück. Erstellt am 05. August 2020 (05:51)
Schweiger

Eine fehlerhafte Lieferung an Atemschutzmasken für die beiden Coronastationen des Melker Krankenhauses sorgt derzeit für Aufregung unter der Belegschaft. NÖN-Recherchen ergaben, dass vergangene Woche eine fehlerhafte Tranche an Mund-Nasen-Schutzmasken aus türkischer Produktion nach Melk geliefert wurde. „Es ist eigentlich unglaublich, dass die Holding solche Masken bestellt. Sie waren bereits bei uns im Einsatz, das Vertrauen ist dahin“, beklagt eine Krankenpflegerin gegenüber der NÖN.

Ein Sprecher der Landesgesundheitsagentur versucht zu beruhigen: „Es stimmt, wir haben fehlerhafte Masken geliefert bekommen. Betroffen waren zwei Kartons der gesamten Lieferung.“ Die Probleme bestanden dem Vernehmen nach bei der Vernähung des Filters. Der Fehler sei bei der Überprüfung durch Mitarbeiter sofort aufgefallen, die gesamte Lieferung daraufhin komplett an den Hersteller retour gegangen. Zur Überprüfung zogen die Verantwortlichen auch vier Experten hinzu – mit stark unterschiedlicher Meinung, wie der Sprecher erzählt: „Zwei meinten, dass die Masken einsatzfähig seien, die anderen beiden bemängelten die Qualität. Daher entschieden wir uns, die Masken nicht einzusetzen.“

Stationsmitarbeiter Coronatest unterzogen

Die Gesundheitsagentur bestreitet zwar, dass die Masken bei den Mitarbeitern auf den beiden Coronastationen des Krankenhauses Melk zum Einsatz gekommen seien, dennoch wurden alle Mitarbeiter einem Coronatest unterzogen. „Es finden laufend Tests unserer Mitarbeiter statt. Alle Ergebnisse waren negativ.“

Durch die Rücksendung gab es, trotz anderslautender Gerüchte, auch keinen Engpass an Schutzvorrichtungen für die Mitarbeiter des Melker Krankenhauses. „Die Auslieferung erfolgt über die Logistik der Holding, dort haben wir welche in Reserve“, erklärt der Sprecher der Landesgesundheitsagentur, der auch betont, dass für die Holding keine zusätzlichen Kosten entstanden seien. Ob künftig weiterhin Masken des türkischen Herstellers gekauft werden, lässt er offen: „Das wird derzeit geprüft und ist ein offenes Verfahren.“