Michael Garschall: „Müssen für Publikum da sein“. Intendant Michael Garschall spricht über die Vorbereitung, Corona und das hohe Publikumsinteresse.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. September 2020 (14:42)
Michael Garschall
Herbsttage

Die Vorbereitungen für die Herbsttage und die diesjährige Revue „Freunde, das Leben ist lebenswert“, von 9. bis 26. Oktober, laufen auf Hochtouren. Corona führte aber zu Veränderungen.

NÖN: Welche Abstriche mussten in diesem Jahr gemacht werden?

Michael Garschall: Anfang Juli haben wir uns entschieden, die große Operette „Der Graf von Luxemburg“ nicht zu spielen. Musiktheater ist ja immer ein „Schiff mit großer Mannschaft“, bis zu 100 Personen sind üblicherweise mit von der Partie. Das wäre heuer aus vielerlei Hinsicht nicht möglich gewesen. Gesundheit ist oberstes Ziel für Publikum und alle Mitwirkenden. Regisseur Wolfgang Dosch und ich haben dann das Konzept für die „Operettenrevue“ entwickelt, es wird eine große Show in grandioser Ausstattung werden. Die Proben laufen sehr gut, ich kann nur sagen, es wird fantastisch!

Auf welche Vorgaben müssen sich die Zuseher vorbereiten? Ist Maskenpflicht auch während des Stückes, ähnlich wie im Burgtheater, geplant?

Garschall: Wir haben ein bestens bewährtes Präventionskonzept ausgearbeitet und unser Covid-19-Beauftragter kümmert sich um eine genaue Umsetzung. Aktuell ist ein MNS bis zum Erreichen des Sitzplatzes vorgesehen, während der Vorstellung muss dieser aber nicht getragen werden, erst wieder bei einem allzu frenetischen Schlussapplaus. Beim Einlass wird das Publikum über die geltenden Regeln informiert und falls nötig, kann man einen MNS auch bei uns erwerben. Die aktuellen Bestimmungen werden ständig beobachtet und unser Konzept passt sich laufend daran an. So steht einem sicheren Abend in Blindenmarkt nichts mehr im Wege.

Wie viel weniger Besucher dürfen Sie in diesem Jahr empfangen und welche Einschnitte bedeutet dies für die Planungen?

Garschall: Statt 550 Plätzen haben wir heuer nur rund 300 Sitze. Mit ein Grund, wieso auf eine kleinere Produktion mit rund 40 Mitwirkenden umgeswitcht werden musste. Wir haben ein „Zweier-Schachbrettmuster“, man kann also neben dem Partner sitzen, dann sind wieder zwei Plätze frei. Die Reihen sind einen Meter tief und die neue Ybbsfeldhalle hat ja auch eine gigantische Lüftungsanlage.

Finanziell bedeuten weniger Zuschauer aber auch weniger Einnahmen. Welche Einbußen gibt es?

Garschall: Die Finanzierung steht mithilfe von Land Niederösterreich und Gemeinde Blindenmarkt, die Sponsoren sind uns treu geblieben und der „Verein der FreundInnen“ hat sich fast verdoppelt. Der Verkauf läuft auch gut, eine erste Zusatzvorstellung, am 11. Oktober, wurde schon angesetzt.

Normalerweise sind die Herbsttage immer ausverkauft. In diesem Sommer sind viele Theater ausgefallen, warum haben Sie sich zur Durchführung entschlossen?

Garschall: Ja, Wahnsinn, immer ausverkauft, auch heuer waren vor Covid-19 fast 7.000 Eintrittskarten verkauft. Die Gäste kommen mittlerweile aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern. Heuer haben wir sogar eine Busgruppe aus Tirol. Und gerade in dieser „anderen“ Zeit müssen wir für unser Publikum da sein. Und das wieder zu 100 Prozent!