Leichte Beute: Raddiebstahl durch Prävention verhindern. Gemeinsam mit der NÖN setzte Polizei Präventionsaktion in Altstadt.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Juli 2019 (05:00)
Markus Glück
Bei der Tour durch die Innenstadt entdeckten Alexander Plasch und Christian Luger etliche unversperrte Fahrräder. Gerade vor Schanigärten zeigte sich die Achtlosigkeit mancher Besitzer.

Sommerzeit ist auch Radfahrzeit. Und während man in der Innenstadt gerne schnell in ein Geschäft „reinhuscht“ oder gemütlich den Tag in einem Schanigarten ausklingen lässt, vergessen einige, ihren Drahtesel auch zu sichern. Gemeinsam mit der Polizeiinspektion Melk erkundete die NÖN die Innenstadt nach fahrlässigen Radfahrern, um auf die Gefahren eines Diebstahls hinzuweisen.

„Ertappt“ wurde dabei gleich als erstes Raum&Rad-Inhaber Sascha Schroll. Der Fahrrad-Enthusiast ließ sein mehrere tausend Euro teures Bike unversperrt vor seinem Geschäft stehen. Nach der Aufklärung von Christian Luger seitens der Polizei Melk und Alexander Plasch vom Kriminaldienst zeigte sich Schroll reuig: „Ich gebe zu, ich habe es bisher nie abgesperrt. Das werde ich jetzt aber ändern. Gerade auf hochpreisige Räder haben es Diebe abgesehen.“

Polizei empfiehlt einen „Radlpass“

Bisher gab es im Bezirk im ersten Halbjahr mehr als 30 Fahrraddiebstähle, drei davon in der Bezirkshauptstadt. Im gesamten vergangenen Jahr schlugen die Diebe 95 Mal zu.

Probleme mit Fahrraddieben gibt es laut Plasch regelmäßig im Stift Melk. Denn wo viele Radtouristen sind, wittern auch Diebe ihre Chance. „Dank der guten Überwachung wurden die letzten Diebe gefilmt und beim Grenzübergang Nickelsdorf geschnappt“, weiß Plasch, dass dies aber nicht überall so ist. Er rät dazu, sein Fahrrad codieren zu lassen, um bei einem Diebstahl die Chance zu erhöhen, das Fahrrad wieder zu bekommen. Daneben empfiehlt er die Erstellung eines Radlpasses samt Foto des Drahtesels. „Ohne Code ist es beinahe unmöglich, das Diebesgut zuzuordnen“, betont Plasch.

Gab es früher gerade im Rahmen der Sperrmüllsammlung durch ausländische Brigaden Probleme, sind es heute vor allem Wohnhausanlagen mit offenen Radabstellplätzen, bei denen die Diebe zuschlagen.

Polizei setzt auf Bewusstseinsbildung

Beim Rundgang durch die Innenstadt setzte die Polizei vor allem aber auch auf Bewusstseinsbildung. „Diese steigt meist mit dem Wert des Fahrrades“, betont Luger. Trotz teurer Fahrräder wird nichtsdestotrotz oftmals immer noch an dem Fahrradschloss gespart. „Mit einem billigen Schloss spart man aber am falschen Platz“, meint der Kriminalpolizist und rät, das Fahrrad immer am Rahmen abzusperren: „Ein Reifen kann leicht ausgehängt werden.“

Beim Lokalaugenschein mit der NÖN fiel den Polizisten neben mangelhaften Schlössern oder falschen Absperrmaßnahmen vor allem eine Nachlässigkeit bei Schanigartenbesuchern auf: Während sich so mancher Tourist etwa Spezialitäten beim Schmankerlfleischer Sdraule am Hauptplatz gönnte, waren daneben fast ein Dutzend Fahrräder unversperrt. Für Fahrraddiebe eine leichte Beute.

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