2.300 Sorten Paradeiser: „Hobby, das ich essen kann“. 2.300 Sorten an Paradeisern hat die Mankerin Elfriede Eigenthaler mittlerweile gesammelt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 21. August 2019 (04:34)
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Nach der Ernte bringt Elfriede Eigenthaler die Samen zur Gärung, um sie dann zu trocknen und aufzubewahren.

Warum eigentlich Paradeiser? Elfriede Eigenthalers Antwort fällt einfach wie differenziert aus: „Meine Motivation ist, dass nicht alles mit Supermarkt-Paradeisern überschwemmt wird, dass Paradeiser in der Erde wachsen dürfen und dass alte Sorten erhalten bleiben“, sagt Elfriede Eigenthaler und fügt hinzu: „Und ich habe ein Hobby, das ich essen kann.“

1.000 Sorten waren es, als die NÖN Elfriede Eigenthaler das letzte Mal besuchte. Das war 2014. Im Jahr 2019 sieht die Sache deutlich anders aus: 2.300 Sorten an Paradeisern bewahrt die 71-Jährige mittlerweile in Form von Samen auf. „Ich habe gesagt, dass ich bei 500 aufhöre, dann bei 1.000, dann bei 2.000“, lacht Eigenthaler.

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Nach der Ernte bringt Elfriede Eigenthaler die Samen zur Gärung, um sie dann zu trocknen und aufzubewahren.

Und kann man bei 2.300 Sorten eine Lieblingssorte haben? „Ja“, sagt Eigenthaler mit einem Augenzwinkern, „die Copia – ich finde, sie ist die Beste“, beschreibt Eigenthaler die Fleischtomate als „einfach sehr fruchtig, sehr intensiv und geschmackvoll“.

Eigenthalers vier Enkelkindern wurde die Liebe zu den roten, oft gelben, zum Teil grünen und manchmal schwarzen Früchten in die Wiege gelegt, das Aufziehen der Pflanzen war schon im Alter von zwei Jahren Thema. „Es dauert natürlich länger, wenn es Kinder machen, aber es ist unbezahlbar, welchen Samen man da legen kann.“

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Rund 250 Stauden stehen in Eigenthalers Garten, weitere 250 befinden sich auf dem Bauernhof ihres Sohns. „Und um die 200 sind bei ‚Paradeiserfreunden‘“, schmunzelt Eigenthaler. Die „Paradeiserfreunde“ können die Pflanzen samt Früchten behalten, Eigenthaler holt sich nur einen reifen Paradeiser, um die Samen zu sammeln.

Diese säubert Eigenthaler, lässt sie gären, fermentiert sie und lagert sie schließlich – etwa sieben Jahre sind die Samen haltbar. Dabei geht sie aber kein Risiko ein: „Die Sorten, die ich 2015 das letzte Mal angebaut habe, sind nächstes Jahr wieder dran“, erklärt Eigenthaler. Und: „Natürlich auch ein paar neue Sorten.“