Ist Zukunftsidee für Nibelungenhof nur ein Luftschloss?. Nach NÖN-Bericht entfachte Diskussion um zentralen Kindergarten. SP-Gruber kontert mit Gesetzeslage.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 25. August 2019 (04:34)
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Für FP-Landeskammerrat ist der Nibelungenhof der ideale Platz für einen zentralen Kindergarten. Die drei Kinderbetreuungseinrichtungen hier zusammenzulegen, ist für SP-Bürgermeister Anton Gruber zwar keine schlechte Idee, jedoch schlichtweg nicht umsetzbar.

Der FP-Landeskammerrat Manfred Mitmasser hat eine Vision. Der seit 2014 leer stehende Nibelungenhof würde sich laut dem Freiheitlichen für einen zentralen Kindergarten Marbachs eignen. Soweit zumindest die Zukunftsidee. Im Internet erntet Mitmasser zwar durchaus Zuspruch für seine „Aus drei mach eins“-Devise, doch bei SP-Bürgermeister Anton Gruber sorgen seine Pläne nur für Kopfschütteln.

„Mittlerweile ärgert es mich“, macht der Ortschef seinem Unmut Luft. Denn die Idee um eine Zusammenlegung der drei Kindergärten der Gemeinde gibt es nicht erst jetzt. „Wir schlafen ja auch nicht in der Pendeluhr. Aber es macht schlicht und ergreifend keinen Sinn.“

Einerseits habe Mitmasser nicht einmal den Kontakt mit den Eigentümern des Nibelunghofs gesucht, ehe er die Idee äußerte. Andererseits muss die Gemeinde für die Nutzung eines Gebäudes für die Räumlichkeiten des Kindergartens noch längere Zeit Gebühren zahlen. „Warum außerdem in eine Liegenschaft ziehen, die wir quasi neu errichten müssen und dafür den Leerstand erhöhen? Ich plädiere punkto Kinderbetreuung eher für eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Kleinregion Donautal“, meint Gruber.

Mitmasser hält weiter an seiner Vision fest

Zudem beruft sich der Bürgermeister auf die Gesetzeslage. Die notwendigen Arbeiten, die es braucht, damit der Nibelungenhof den Anforderungen für den Standort eines Kindergartens entspricht, würden ein Loch ins Gemeindebudget reißen.

Der Bürgermeister ortet politische Hintergründe angesichts der kommenden Gemeinderatswahl in Mitmassers Engagement: „Wer allerdings politische Verantwortung tragen will, muss gewisse Fähigkeiten mitbringen. Wenn ich die nicht habe, bin ich fehl am Platz.“

Mitmasser hält indes an seiner Idee fest. Mit Parteipolitik habe die nichts zu tun. „Das ist ein wichtiges Zukunftsthema für Marbach. Hier hat parteipolitisches Denken keinen Platz.“ Der Nibelungenhof ist für den Freiheitlichen eine ideale Location für einen zentralen Kindergarten. „Baulich wäre es, wie ich denke, zu stemmen“, meint er. Für ihn steht unterm Strich fest: „Die Gewinner sollten am Ende die Kinder und Eltern sein.“