Mitmasser nach Rücktritt: „Ich habe Fehler gemacht“. Drei Gemeinderatswahlen gewann SP-Bürgermeister Manfred Mitmasser in Persenbeug-Gottsdorf. Am Montag erklärte er seinen Rücktritt aus allen politischen Ämtern.

Von Markus Glück. Erstellt am 27. Januar 2021 (05:51)
Manfred Mitmasser war 16 Jahre Bürgermeister. Am Montag trat er zurück.
Manfred Mitmasser war 16 Jahre Bürgermeister. Am Montag trat er zurück.

Hörbar geknickt stellte sich Ex-Ortschef Manfred Mitmasser (SP) den Fragen zu seinen Verfehlungen, Konsequenzen und die Überlastungen als Ortschef.

NÖN: Die Probleme bei der Einhebung der Kanalgebühren gab es bereits im vergangenen Jahr. Warum haben Sie sich jetzt für den Rücktritt entschieden?

Manfred Mitmasser: Ich muss sagen, dass ich in all den Jahren Fehler gemacht habe. Die Doppelbelastung und die zahlreichen Großprojekte waren der Grund, warum Fehler passiert sind. Ich kann sie leider nicht rückgängig machen. Als Bürgermeister gibt es leider nicht nur Sonnenschein und Spatenstiche. Ich übernehme die volle Verantwortung, und daher habe ich auch entschieden, aufzuhören.

Sie werden die volle Verantwortung für die Fehler, die Sie begangen haben, übernehmen. Welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen fürchten Sie?

Das kann ich derzeit nicht sagen. Ich möchte aber betonen, dass ich weder korrupt war, noch etwas gestohlen habe. Ich habe nichts absichtlich gemacht und mich auch nicht persönlich bereichert.

„Es war ein Fehler, dass ich geglaubt habe, ich muss alles machen.“

Wie konnte es zu diesen Fehlern in den vergangenen Jahren kommen?

Es war meine Schuld. Wichtig ist mir aber zu betonen, dass die Gemeinde auf einer guten finanziellen Basis steht und auch keine Sanierungsgemeinde ist. Das Thema ist nicht neu und deshalb haben wir mit dem Land vereinbart, die Kanalgebühren über den GVU zu verrechnen. Damals hat die Opposition dagegen gestimmt. In Zukunft wird das nicht noch einmal passieren, weil die SPÖ hier die richtigen Schritte gesetzt hat.

Sie waren 16 Jahre lang Bürgermeister. Was nehmen Sie trotz der vergangenen Monate aus dieser Zeit mit?

Ich habe immer alles mit großer Freude gemacht und war mit mehr als 100 Prozent dabei. Es ist in den 16 Jahren viel Positives in der Gemeinde passiert. Ein Projekt wie der 30-Millionen Euro teure Hochwasserschutz baut sich nicht von alleine.

Abseits der Kanalgebühren: Was hätten Sie rückblickend anders gemacht?

Es war ein Fehler, dass ich geglaubt habe, ich muss alles machen. Letztendlich hat mein Perfektionismus die eigenen Ansprüche überholt. In einem politischen Amt darf man sich keinen Dank erwarten. Die ersten Nachrichten nach meinem Rücktritt zeigen aber, dass die Bürger hinter mir stehen.

Fürchten Sie eine Neuwahl-Diskussion wie derzeit in Ybbs?

In Zeiten wie diesen Neuwahlen vom Zaun zu brechen, ist nicht sinnvoll. Die Bevölkerung hat bei der Wahl klar entschieden.