Nachbarschaftsstreit eskalierte: Umzug einzige Lösung?. Ein Nachbarschaftsstreit innerhalb eines Wohnblocks scheint völlig zu eskalieren.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 17. April 2019 (03:40)
Denise Schweiger
Die 71-jährige Mieterin zeigt ihre Blessuren. Die Nachbarin soll sie gegen die Wand gestoßen haben.

Viele Fakten gibt es nicht, dafür umso mehr Fragezeichen. Und blaue Flecken. An deren Echtheit ist jedenfalls nicht zu zweifeln. Woher sie stammen, ist im Moment Gegenstand von Ermittlungen: Wegen Verdacht auf Körperverletzung innerhalb eines Pöchlarner Wohnblocks liegt der Staatsanwaltschaft St. Pölten eine Anzeige vor. Angeblich soll ein langjähriger Nachbarschaftsstreit nun endgültig eskaliert sein.

Seit über zwei Jahren wohnt eine 71-jährige Mieterin in besagter Wohnhausanlage. Mittlerweile fühle sie sich in ihrem Zuhause allerdings nicht mehr sicher. Laut der betagten Dame kommt es immer wieder zu unschönen Begegnungen mit der Nachbarschaft. „Angefangen hat es damit, dass sie Spielsachen und Geräte so hingestellt haben, dass ich abends beim Spazierengehen darüberfalle“, ist die 71-Jährige überzeugt.

Wenn sie das Thema anspricht, soll es nur Schimpftiraden als Antwort geben. Sie erzählt auch von expliziten Drohungen. „Ich solle gefälligst still sein, sonst machen sie mich kalt. Dass diese Familie nicht vor Gewalt zurückschreckt, hat man ja jetzt gesehen.“

Dass ihr Arm übersät mit blauen Flecken und Blutblasen ist, habe sie nämlich ihrer Nachbarin zu verdanken. Bei einem Streitgespräch soll sie die 71-Jährige gegen die Hausmauer gestoßen haben. So erzählt es die Pensionistin – was sich an jenem Nachmittag im Wohnhaus zugetragen hat, beschäftigt jetzt die Exekutive. Dass es im Wohnhaus aber immer wieder zu Streitigkeiten kommt, bestätigt die Polizei gegenüber der NÖN.

„Wir sind bemüht, das Zusammenleben vor Ort zu erleichtern. Wir würden auch eine neue Wohnung für sie suchen.“Franz Heisler, Stadtchef (VP)

Sowohl die Hausverwaltung als auch die Stadtgemeinde Pöchlarn waren vor dem vermeintlich gewaltsamen Zwischenfall bereits mehrfach vor Ort, um zwischen den Parteien zu vermitteln.

Florian Liehr, Pressesprecher der Hypo NÖ, berichtet, dass es vonseiten der Hausverwaltung auch unangekündigte Kontrollen gab. „Verstöße gegen die Hausordnung wurden bislang nie festgestellt“, gibt er zu bedenken.

Um Ruhe in den Wohnblock zu bringen, stellt VP-Stadtchef Franz Heisler der 71-jährigen Mieterin eine Alternative zur Auswahl: „Wir sind bemüht, das Zusammenleben vor Ort zu erleichtern. Wir würden auch eine neue Wohnung für sie suchen.“ Trotz Angst vor weiteren Angriffen will sie aber nicht umziehen. „Ich glaube, dass es genau das ist, was sie wollen. Ich soll das Feld räumen, damit sie das Haus weiter besetzen können“, mutmaßt die Mieterin.

Wie die Nachbarn die Situation sehen? Schwer zu sagen. Auf NÖN-Anfrage wollten sie keine Stellungnahme zur Causa abgeben.