Kaiserwetter für Wanderer auf St. Oswalder Alm. Das Wetter meinte es gut mit den rund 3.000 Besuchern, die vergangenen Donnerstag die Wanderstiefel schnürten. Bereits zum 70. Mal fand der NÖ Almwandertag statt. Dieses Jahr führte er nach St. Oswald auf die Ober Burgstallweide – das Event war ein voller Erfolg.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 17. August 2019 (15:01)

Ein tragischer Vorfall 2014 und seine Konsequenzen sorgen für Verunsicherung auf den Almen Niederösterreichs. Eine deutsche Wanderin wurde bei einem Spaziergang auf einer Tiroler Alm mit ihrem Hund von Kühen zu Tode getrampelt. Die Familie der Verstorbenen klagte auf Schadenersatz. Der Landwirt wurde schuldig gesprochen. Dass er keinen Zaun auf dem Gelände installierte, kostete ihm schlussendlich 490.000 Euro.

Das sogenannte Alm-Urteil war auch auf dem 70. NÖ Almwandertag auf der Ober Burgstallweide Thema. Rund 3.000 Wanderer pilgerten vergangene Woche nach St. Oswald. Die Weidegenossenschaft dort ist die einzige in ganz Niederösterreich nördlich der Donau, 67 Kalbinnen sind seit Ende April auf der Alm. Einen Zwischenfall zwischen Wanderer und Kühen gab es auf der Ober Burgstallweide nicht. Infoschilder, dass man den Kühen – vor allem mit Hunden – nicht zu nahe kommen soll, stehen dennoch am Straßenrand.

„Die Alm ist kein Streichelzoo“

„Die Alm ist kein Streichelzoo, das muss den Leuten bewusst sein“, meinte die ehemalige Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Sie selbst ist in Kärnten auf einem Bauernhof groß geworden. „Ohne Strom und fließendem Wasser. Diese Erfahrung würde Kritikern der Landwirte auf jeden Fall guttun“, meinte Köstinger.