Überlegungen zu Kläranlage für Schiffe. SP-Stadtchef Schroll treibt Idee einer Entsorgungsanlage voran. Fäkalienentsorgung wäre durch direkten Anschluss bei Donaulände leicht umsetzbar.

Von Markus Glück. Erstellt am 19. Juni 2019 (06:34)
Stadtgemeinde
Direkt bei der Schiffsanlegestelle in Ybbs befindet sich auch ein Anschluss an den Kanal.

Zehn Kreuzfahrtschiffe legten 2018 auf der Ybbser Donaulände an, 2019 will die deutsche Reederei NickoCruises mit bis zu 40 Schiffen vor der historischen Altstadt ankern. 2020 sollen zusätzlich zu den Schiffen von NickoCruises auch sechs Luxuskreuzer der Reederei Crystal Cruises vor Ybbs lagern.

Die Stadt wittert aber nicht nur durch das Mehr an Touristen das große Geld, sondern vor allem auch durch die Diskussionen um die Fäkalienentsorgung der Kreuzfahrtschiffe entlang der Donau. Da in Ybbs in unmittelbarer Nähe der Schiffsanlegestelle der Donauländen-Kanal verläuft, wäre es für die Schiffe einfach, Wasser zu be- und entladen. „Im Zuge des Hochwasserschutz-Baues haben wir hier den Hauptkanal verlegt. Die Entsorgung wäre leicht“, erklärt SP-Bürgermeister Alois Schroll.

Der Stadtchef führte bereits erste Gespräche mit einer auf Schiffsentsorgung spezialisierten Firma aus Osteuropa, auch Birgit Brandner als Eigentümerin der Anlegestelle ist in die Überlegungen eingebunden. Im Vorfeld wurden auch bei der vergangenen Schifffahrtsmesse in Belgrad erste Überlegungen besprochen. Für Schroll waren diese Gespräche zufriedenstellend: „Wir haben eine gute Gesprächsbasis. Durch wenig Aufwand könnte die Stadt deutlich mehr Einnahmen lukrieren“, erhofft sich Schroll ein Zubrot für die Stadtkasse.

Nach ersten Schätzungen liegen die Investitionskosten für die Stadtgemeinde im niedrigen fünfstelligen Bereich. „Wenn technisch alles passt, wäre ein baldiger Start möglich“, erklärt Schroll.