Causa Jungbunzlauer: Werksbau muss warten. Corona verzögert das Verfahren um die geplante Zitronensäurefabrik in Bergern. Die NÖN bat die Firma Jungbunzlauer und die „Ritter der Au“ um ein News-Update.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 20. Mai 2020 (03:45)
Der Herbst soll zeigen, wie es mit den Plänen Jungbunzlauers in Bergern weitergeht.Jungbunzlauer
Grafik: Firma

Kommt sie – oder kommt sie nicht, die geplante Zitronensäurefabrik nach Bergern? Seit mittlerweile drei Jahren lautet die Antwort auf diese Frage: vielleicht. Die Corona-Schutzmaßnahmen sorgen zusätzlich für Verzögerung im Kampf um die Au in Zelking-Matzleinsdorf und Leiben. Im März hätte die mündliche Verhandlung stattfinden sollen – das Event wurde coronabedingt abgesagt. Das Interesse am Projekt sei laut Josef Gass vonseiten Jungbunzlauers jedenfalls ungebrochen.

„Wir sind nach wie vor überzeugt davon und optimistisch. Die mündliche Verhandlung ist Teil des Verfahrens, daher gilt es, den neuen Termin abzuwarten“, erläutert er. Als „vorsichtiges Zeitfenster“ habe man laut Gass vorerst Oktober ins Auge gefasst. Für ihn ist Corona ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Lebensmittelproduzenten in der Region zu haben. Und dafür sprechen für ihn die Jungbunzlauer-Pläne in Bergern: „Um versorgungstechnisch nicht von Drittländern abhängig zu sein.“

Für die „Ritter der Au“, die gegen die Werksansiedlung ankämpfen, spricht nach wie vor nichts für den Firmenbau. Die Corona-Schutzmaßnahmen stellen die Vereinsarbeit vor Herausforderungen, wie Obfrau Karin Selhofer berichtet:

„Vieles, was wir bei unseren Treffen besprechen, wird jetzt über die Sozialen Medien kommuniziert. Und unsere Generalversammlung steht noch aus.“ Böse Zungen behaupten, dass den „Rittern“ bei der langen Verfahrensdauer das Geld ausginge. Selhofer verweist die Kritiker in die Schranken: „Nein, uns geht es gut. Wir leben zwar von Spenden und Mitgliedsbeiträgen, aber da besteht absolut keine Gefahr.“