Stadt Mistelbach will Landarzt. Da sich kein neuer praktischer Kassenarzt findet, will Bürgermeister auf das Hilfsangebot des Landes zurückgreifen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:37)
Bürgermeister Stubenvoll: Vakante Kassenstelle über Landarztgarantie besetzen.
Schimmer, Schimmer

Nach zehn erfolglosen Ausschreibungsversuchen durch die Ärztekammer und fast einem Jahr, in dem die Nachfolge der nach Hausbrunn abgesiedelten Ordination von Kassen-Allgemeinmediziner Oskar Kienast nicht gelungen ist, zieht die Stadt Mistelbach die sogenannte NÖ Landarztgarantie. Denn auch die großzügige Ärzteförderung schaffte es bislang nicht, den Standort für Kassenärzte interessant zu machen.

Landarztgarantie bedeutet, die Landesgesundheitsagentur LGA müsste sich um einen angestellten Arzt aus dem Klinikum kümmern, die Stadtgemeinde müsste die Ordinationsräumlichkeiten zur Verfügung stellen und die Assistenz bezahlen.

„Es ist zwar dramatisch und ein Zeichen des Versagens des Gesundheitssystems, dass Land und Gemeinde hier viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die Gesundheitsversorgung in einer Bezirkshauptstadt sicherzustellen“, sagt Bürgermeister Erich Stubenvoll, dem die Sicherstellung der Ärzteversorgung ein großes Anliegen ist: „Aber was bleibt uns übrig. Ich habe zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Antrag gestellt, dass die Landarztgarantie hier gezogen wird und ich hoffe auf Unterstützung durch das Land NÖ“.

Die Landesgesundheitsagentur prüft nun, ob die Stadtgemeinde alle Voraussetzungen für diese „Überbrückungslösung“ des Landes NÖ erfüllt hat und springt nun bis zu zwölf Monate ein, indem sie einen Allgemeinmediziner aus einem NÖ Universitäts- oder Landesklinikum entsendet. Parallel dazu bleibt die Ausschreibung der Kassenstelle aufrecht.