Puppentheatertage 2020: Kleiner und mit Abstand. Coronabedingt werden heuer nur 14 Bühnen mit 19 Inszenierungen auftreten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 23. September 2020 (05:10)
Puppentheaterfestival trotz Pandemie: Kulturstadtrat Josef Schimmer, Intendantin Cordula Nossek und Bürgermeister Erich Stubenvoll setzen auf ein Festival mit Abstand, Maskenpflicht und überschaubaren Dimensionen.
Michael Pfabigan

„Wir wollen das Festival unbedingt durchführen. Es wäre ein schlechtes Symbol, würden wir absagen“, sagt Mistelbachs Kulturstadtrat Josef Schimmer: Die 42. Puppentheatertage mit dem Titel „Nachtschwärmer“ werden von 14. bis 18. Oktober unter Coronabedingungen stattfinden.

Das Festival wird kleiner, kompakter, auftreten werden nur Bühnen aus Österreich und Deutschland und es wird keine Eröffnungsfeier geben. Es werden 14 Bühnen mit 19 Inszenierung und 27 Vorstellungen dabei sein. Da es heuer keine Schulvorführungen gibt, beginnt das Programm täglich erst am Nachmittag, es gibt zugewiesene Sitzplätze mit entsprechendem Sicherheitsabstand und Maskenpflicht in den Sälen. Es wird heuer auch keinen Buffetbetrieb und keinen Souvenirshop geben: „Wir wollen die Zu- und Abgänge möglichst frei halten“, sagt Schimmer.

„Wir haben uns als Kulturhauptstadt, als die wir uns sehen, darum bemüht, die Veranstaltung durchzuziehen, mit allen schmerzhaften Einschränkungen. Denn eine Absage wäre der einfachste Weg gewesen, aber es ist schon allein der langjährigen Tradition geschuldet, die „Internationalen Puppentheatertage“ abzuhalten“, findet auch Bürgermeister Erich Stubenvoll.

Programm komplett überarbeitet

Was erwartet die Besucher? Cordula Nossek musste ihr Programm für heuer komplett überarbeiten: Denn im Februar war bereits alles fix - und dann kam Corona: „Ich hatte schon ein ukrainisches Schattentheater gebucht. Das musste ich wieder ausladen“, erzählt sie über die Herausforderungen im neunten Jahr ihrer Intendanz. Besonders wichtig ist ihr als Künstlerin die Landesgarantie, dass im Falle der Absage des Festivals, die Künstler trotzdem 25 Prozent der Gage bekommen: „Das sehe ich als großes Entgegenkommen“, sagt die Puppenspielerin.

Inhaltlich erwartet die Besucher ein handverlesenes Programm mit bekannten und hochkarätigen Theatergruppen aus Deutschland und Österreich. „Und auch, wenn die diesjährigen „Internationalen Puppentheatertage“ anders sein werden, als man sie aus den Vorjahren gewohnt war, so hoffe ich, dass wir im nächsten oder übernächsten Jahr wie im Märchen sagen können: „Es war einmal““, bringt es die Intendantin auf den Punkt.