Schrattenberg: 50.000 Quadratmeter Dächer kaputt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner machte sich in Schrattenberg ein Bild von der dramatischen Lage: Betroffen sind 440 Dächer im Ort mit einer schadhaften Dachfläche von 50.000 Quadratmetern. Die Landeshauptfrau versprach rasche Hilfe.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 25. Juni 2021 (12:53)

„Ich will gar nicht nachrechnen, wie viel Dachfläche wir haben“, sagt Helga Langer: Ihr Vierkanter in Schrattenberg ist mit Welleternit gedeckt und gleicht einem Sieb: „Mein Mann war in der Früh am Dachboden und hat die Löcher nur im Wohntrakt gezählt. Dann ist er zum Hornbach gefahren und hat 150 Kübeln gekauft, damit wir was haben, das wir unterstellen können, wenn es wieder zu regnen beginnt.“ So, wie das Wohngebäude sieht es im ganzen Hof aus. Heil blieb nur das Glasdach vor dem Eingang – Panzerglas, sagt sie.

Wie sie die Reparaturen bezahlen werden, wissen die Langers noch nicht, von der Sturmschadenversicherung erwarten sie sich kein Geld, da es versicherungstechnisch kein Sturm war. Und von den Einkünften alleine  werden die Pensionisten die Kosten nicht mehr einspielen können.

Insgesamt betroffen sind in Schrattenberg 440 Dächer mit einer geschätzten Gesamtfläche von 50.000 Quadratmetern. „Es gibt kein Haus, das nicht betroffen ist“, sagt Bürgermeister Johann Bauer, der selbst an seinen landwirtschaftlichen Gebäuden arge Schäden hat. Wie viel? Kann er nicht sagen, da er seit dem Vortag nonstop unterwegs ist.

Am Tag nach der Katastrophe besuchte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner Schrattenberg, um sich einen Eindruck von den Schäden zu machen. „Wir haben gleich in der Früh mit der Wirtschaftskammer Kontakt aufgenommen, damit sie bei den Spengler in NÖ freie Ressourcen erhebt“, sagt sie. Denn wichtig sei jetzt, dass die Dächer vor dem nächsten Regen einmal dicht gemacht würden.

Bei den Sanierungsarbeiten danach werde eine Prioritätenreihung erstellt: Zuerst bewohnte Wohngebäude, zum Schluss Wirtschaftsgebäude, sagt sie. In Schrattenberg zusammengezogen werden auch die Schadensgutachter, damit rasch Gelder fließen können. Und: Die Feuerwehren wurden ausgeschickt, rasch alle greifbaren Planen zu sichern, damit die Dächer vorerst einmal dicht sind.