Anrainer beklagt zu viele Busse. Weinviertler beschwert sich über Verkehrsprobleme und Grüne-Abgeordneter sieht Aushungern der Region. Die Landes-VP spricht von attraktivem Angebot.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 14. September 2019 (04:32)
Markus Zauner
Symbolfoto

Im Dezember werden die Dieselzüge am Schweinbarther Kreuz die letzten Fahrten zurücklegen. Auch wenn die Busse auf den neuen Routen bereits fahren, regt sich nach wie vor Widerstand gegen die noch ausstehende Einstellung des Zugverkehrs. So regt etwa Helmut Hansy in Raggendorf (Gänserndorf) der zusätzliche Verkehr durch die Busse auf.

Die Auersthaler Straße sei von dem Verkehrszuwachs extrem betroffen, der Raggendorfer spricht von 140 Busfahrten, da sich hier zwei Buslinien kreuzen. Für die Anrainer hätte das Lärm und Abgase und im Winter wegen des Splitts am Asphalt auch Staub zur Folge.

Auch in den Gemeinden Pillichsdorf, Großengersdorf und Bockfließ wurde der zusätzliche Verkehr durch die Busse bereits thematisiert. Die drei Gemeinden liegen auf einer viel befahrenen Pendlerroute. Wenn hier im Berufsverkehr die Busse Halt machen, könnte es zu ärgerlichen Staus kommen.

„Nicht wenige werden dadurch gezwungen, aufs Auto umzusteigen.“Georg Ecker, Grüne-Landtagsabgeordneter

Hansy hinterfragt zudem die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Halbstundentakts bei den Busfahrplänen. Das seien zu viele Busfahrten für den tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung, vor allem im Zeitraum zwischen 9 und 15 Uhr. „Nach welchen betriebs- und volkswirtschaftlichen Grundsätzen hier vorgegangen wurde, ist nicht zu erkennen. Politischer Wille allein ist kein Freibrief, Steuergeld vernunftbefreit einzusetzen“, empört sich der Raggendorfer.

Auch der Grüne-Landtagsabgeordnete Georg Ecker hat keine guten Worte für den neuen Busbetrieb übrig: „Zu geringe Umsteigezeiten, längere Fahrzeiten, undurchsichtige Fahrpläne und bis auf wenige Ausnahmen schlechtere Verbindungen“, bemängelt Ecker. Die Strecke von Leopoldau nach Bockfließ würde laut Ecker nun 55 statt 24 Minuten in Anspruch nehmen (die Busse steuern den Bahnhof Wolkersdorf statt Obersdorf an). „Nicht wenige werden dadurch gezwungen, aufs Auto umzusteigen“, fürchtet Ecker.

Der Landtagsabgeordnete macht die Landes-ÖVP dafür verantwortlich: „Mit diesem Fahrplan hungert die ÖVP Niederösterreich die Region rund ums Schweinbarther Kreuz hinsichtlich des öffentlichen Verkehrs völlig aus“, sagt er. Günter Haslauer von der Landes-ÖVP lässt jedoch ausrichten: „Das Land ist nach der Ankündigung der ÖBB, die Strecke einzustellen, sofort eingeschritten und hat ein attraktives Öffi-Angebot geschnürt.“ ÖVP-Landesrat Ludwig Schleritzko und der VOR haben für das Jahr 2021 bereits E-Busse in Aussicht gestellt.