Alte Kfz-Kennzeichen: Zahl 14 stand für Mödling. Fahrzeug-Besitzer mit alten, schwarzen Nummerntafeln sind im Bezirk bereits sehr rar gesät.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 07. August 2019 (03:32)
Jandrinitsch
Feuerwehrmann Thomas Valenta präsentiert stolz den Unimog, der seit über 40 Jahren für Einsatzfahrten der Freiwilligen Feuerwehr Biedermannsdorf verwendet wird.

Die offizielle Zahl der schwarzen Nummerntafeln als Kfz-Kennzeichen wird in Mödling mit 1.203 angegeben. Die Leiterin der Verkehrsabteilung der Bezirkshauptmannschaft Mödling, Manuela Herzog, relativiert aber: „Nicht alle Kfz-Besitzer geben sofort bekannt, wenn sie in einen anderen Bezirk übersiedeln. Und es gibt vermutlich auch einige, die sich die schwarzen Nummerntafeln einfach behalten haben, obwohl es das Auto dazu nicht mehr gibt.“

Unternehmer und Oldtimer-Rallyespezialist Leopold Umshaus aus Vösendorf bedauert, mit einem schwarzen Kennzeichen nicht mehr dienen zu können. „Ich habe auf allen meinen Autos schon ein weißes Kennzeichen. Ich wollte 1990 einige meiner Oldtimer auf Wechselkennzeichen anmelden, aber es war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, bei einer Neuanmeldung oder Zweitanmeldung das schwarze Taferl zu behalten“.

Jandrinitsch
Landwirtschaftskammer-Obmann Johannn Tröber mit seinem Steyr-Traktor, Baujahr 1972.

Die schwarzen Taferln gab es von 1947 bis zum 31. Dezember 1989. Fündig wird die NÖN schließlich bei Landwirtschaftskammer-Obmann Johann Tröber. Sein 650er Steyr-Traktor ist Baujahr 1972 und leistet noch heute gute Dienste. „Er hat 50 PS und fährt wie ein Glöckerl“, berichtet der Kammerobmann stolz. Der Traktor ist auf seine Mutter angemeldet, das erklärt, warum der Traktor nie an- oder abgemeldet wurde und noch immer eine schwarze Nummerntafel trägt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Biedermannsdorf ist stolze Besitzerin eines Unimog, Baujahr 1976. Kommandant-Stellvertreter Michael Felberbauer weiß: „Der Unimog ist unser Unwetterfahrzeug. Er ist mit Wasserpumpe, Tauchpumpe und einem Aggregat zur Stromerzeugung ausgestattet.“

Und Thomas Valenta ergänzt: „Der Unimog hat im Fall des Falles den modernen Autos einiges voraus. Dadurch, dass er höher gestellt ist, fährt er in Hochwassersituationen einfach durch das Wasser durch, auch in schwierigem Gelände zeigt er, was er kann.“

Durch die pflegliche Behandlung sei er in einem Top-Zustand, 2016 hat die Biedermannsdorfer Wehr in Kitzbühel mit dem Unimog an einem Oldtimertreffen teilgenommen. Die Fahrt dorthin ist bis heute unvergessen. „Wir waren sechs, sieben Stunden unterwegs, im Auto selbst war es sehr laut, weil der Motorblock genau zwischen Fahrer und Beifahrer untergebracht ist“, erzählt Felberbauer, der diese Fahrt aber trotzdem nicht missen möchte.