Ab 19. Mai: Aufbruch in den Gastro-Neustart. Die Gastronomie bereit sich auf den Mittwoch der nächsten Woche vor. Die Erwartungen sind allerdings durchwachsen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. Mai 2021 (03:44)
Jenny und Su vom „Zen“ in Mödling freuen sich auf ihre Gäste.
Schätzle, Schätzle

„Es ist sehr aufregend, nach sechs Monaten wieder aufzusperren“, spürt der Brunner Gastronom Matthias Müller („buchbar“) Vorfreude, endlich wieder seine Gäste bewirten zu dürfen. „Leute wie ich, die das als Berufung sehen und nicht nur als Job, die freuen sich extrem. Es ist ein teures Hobby, aber ich mache das wirklich gerne.“

Zwei Drittel des Geschäftes waren Catering und Partyservice, „diese zwei Angebote werden vorerst im Dornröschenschlaf bleiben“, weiß Müller, „deshalb werde ich mich verstärkt im Lokal engagieren. Wir halten den ganzen Tag offen und haben ein neues Speisenangebot kreiert. Jeden Dienstag gibt es beispielsweise ,Bowles und Bowle“. Das Gastgartenangebot wird erweitert, da Abstand auch in der Gastronomie großes Thema ist. „Bei uns dreht sich alles um Outdoor, Frischluft und Sommer.“

Erwartung: Stück näher zur Normalität

Das Fixpersonal von fünf Personen blieb Müller auch in diesen schwierigen Zeiten treu, auch drei der Aushilfskräfte kommen wieder zurück. Jetzt heißt es, nur noch „aufsperren und den Sommer in vollen Zügen genießen“. Mit der Öffnung erwartet sich Müller, „der Normalität wieder ein großes Stück näherzukommen“.

Jenny und ihr Bruder Su haben mit ihrem „Zen“ in der Kaiserin Elisabeth-Straße in Mödling die Zeit des Lockdowns „recht gut überstanden“, nicht zuletzt wegen ihres Catering-Dienstes, dessen umfangreiche asiatische Palette sehr gefragt war. Dennoch freuen sie sich schon sehr darauf, „Gäste wieder live bewirten zu können: Wir sind bereit, und mit unseren vielen Tischen im Freien geht das auch sehr gut“.

Franz Fakler, der in Guntramsdorf gemeinsam mit Mutter Ruth und Tochter Elisabeth den „Jagdhof“ führt, hat die Gastro-Pause genutzt, um sich auf die Zeit danach vorzubereiten. Er hat gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Lokalität auf Vordermann gebracht: „Wir haben renoviert und ausgemalt.“ Die Pandemie sieht der Gastronom als besondere Herausforderung für den Familienbetrieb, er wollte verhindern, dass Mitarbeiter abwandern: „Mir war es wichtig, die Situation gemeinsam zu bewältigen. Unsere Beschäftigten gehören sozusagen zur Familie, zwei von Ihnen sind seit den 80er-Jahren im Betrieb.“

Mitarbeiter in die Gestaltung eingebunden

Also wurden die Mitarbeiter, die allesamt in Kurzarbeit und Teilzeit blieben, in die Umgestaltungen eingebunden, haben die Stammgäste mit Catering und Ab-Hof-Verkauf bei Laune gehalten und im Hotel die Nächtigungen für Geschäftsreisende abgewickelt. An eine allzu rasche Rückkehr zur Normalität glaubt Fakler nicht: „Viele Gäste haben nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten, um auszugehen, andere sind verängstigt oder könnten sich vom Wirrwarr der ständig veränderten Regelungen abschrecken lassen.“

Das Perchtoldsdorfer Gastronomenehepaar Karin und Alexander Lang vom „Alexander“ auf dem Marktplatz fiebert dem Aufsperren nach einer langen Durststrecke im wahrsten Sinn des Wortes entgegen. Die Vorbereitungen wurden den Sicherheitskonzepten entsprechend durchgeführt und das Mobiliar den geforderten Abständen angepasst. Eines ist für Alexander Lang klar: „Wir freuen uns schon sehr auf unsere Gäste.“

Vorsichtiger Optimismus in der Waldmeierei

Noch sehr vorsichtig und weniger euphorisch wagt sich das „Waldmeierei Liechtenstein“-Team an den Neustart am Hausberg 1 in Maria Enzersdorf. Geschäftsführer Marcus Schelivksy und Restaurantleiter Lukas Konrath werden vorerst „sehr vorsichtig vorgehen und nur am Samstag und Sonntag öffnen, um zu sehen, wie der Betrieb anläuft“.

Lukas Konrath (l.) und Marcus Schelivsky.
privat, privat

Sämtliche Hochzeitsfeiern für Mai mussten schweren Herzens bereits abgesagt werden, „ich hoffe, dass wir im Laufe des Jahres doch einige retten können“, sagt Schelivsky. Die Brautpaare, die angesichts der Corona-Vorschriften dennoch „wollen“, seien herzlich willkommen. Die Buchungen für 2022 schauen jedenfalls schon vielversprechend, setzt Schelivsky aufs nächste Jahr.

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