E-Auto hat Zukunft in der Stadt. Mit 770 E-Autos ist der Bezirk Mödling aktuell die Nummer 1 in Niederösterreich. Mit viel Platz nach oben.

Von Daniela Purer. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:35)
Kraus
Mödling VP-Stadträtin Franziska Olischer ist mit dem E-Auto-Fuhrpark „sehr zufrieden“: Das Fahrzeug am Wirtschaftshof steht außerhalb der Dienstzeiten der Allgemeinheit zur Verfügung.

Ein Blick auf die Straßen zeigt aber: E-Autos bleiben weiterhin die Ausnahme. „Wenn Sie einen Verkäufer fragen, werden Sie immer hören: ,Könnte ruhig mehr gehen“, erzählt Geschäftsführer Wolfgang Skala vom gleichnamigen Renault-Autohaus in Perchtoldsdorf. Dennoch: „Im urbanen Raum sind Elektroautos auf alle Fälle die Zukunft. Grundsätzlich merkt man, dass der Markt größer wird, der Absatz höher und die Diversität im Produkt steigt.“

Philipp Grünzweig, Geschäftsleiter der gleichnamigen Automobil GmbH (Volvo, Kia) in Wiener Neudorf, setzt aktuell auf zwei rein elektrische Kia-Modelle. „Grundsätzlich kommt der Absatz langsam in Schwung, jedoch ist eine deutliche Unsicherheit zu spüren, was vor allem mit der neuen Technologie und der politisch unsicheren Situation zusammenhängt.“ Er ist überzeugt: „Aus umweltpolitischer Sicht führt unter der Voraussetzung, dass umweltfreundlicher Strom getankt und der CO -Ausstoß bei der Batterieproduktion gesenkt werden, langfristig kein Weg an der Elektromobilität vorbei.“

"Wir sehen uns in einer Doppelrolle"

Bei vielen Firmen sind die „Zukunfts-Autos“ bereits im Fuhrpark vertreten. Vor allem die EVN sieht sich hier in einer Vorreiterrolle, wie Pressesprecher Michael Kovarik bestätigt: „Wir sehen uns mit unserem Service und den Beratungen für Kunden in einer Doppelrolle. Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und haben zahlreiche E-Autos im Fuhrpark.“

Das Feedback der Mitarbeiter, die mit einem E-Auto unterwegs sind, sei laut Kovarik durchgehend positiv.

Auch Perchtoldsdorf hat vor, in Zukunft komplett auf E-Autos umzustellen, wie Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, erzählt: „Derzeit haben wir ein E-Auto, das zu Car-Sharing-Zwecken genutzt wird und für die Verwaltung einige Fahrzeuge. Wir sind sehr zufrieden damit.“

Mödlings Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, ist Besitzer seines mittlerweile zweiten E-Autos: „Keine Abgase, die Unterschiede bei den Wartungskosten sind gering. Viele beschweren sich über die Reichweite, aber ich bin gerade durch die Schweiz gefahren und hatte noch keine Probleme. Man fährt bewusster.“

Im Sommer habe das E-Auto eine Reichweite bis zu 300 Kilometern inklusive Klimaanlage, im Winter bei eingeschalteter Heizung bis zu 220 Kilometern, merkte Wannenmacher an. „Das wirkliche Problem sind die individuellen Lademöglichkeiten. Wenn man E-Autos flächendeckend einführen möchte, brauchen wir mehr Tankstellen.“

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