So lief die Matura mit der Maske. Gutes Zeugnis für Schüler: Niemand nutzte Bedingungen aus.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 04. Juni 2020 (05:45)
Direktor Michael Päuerl hat die Prüfungsergebnisse gut verpackt und fest im Griff.
Gymnasium Keimgasse

Die Matura – heur nur schriftlich – ist vorbei. Eine ungewöhnliche Abschlussprüfungswoche, wie sich anhand einiger Beispiele zeigt: Die Corona-Ausnahmeregelung, wonach auch die Leistungen der achten Klasse in die Endnote einfließen, wurden ausgenutzt, leere Zettel wurden abgegeben.

Nicht so im Bezirk Mödling, wie Hannes Sauerzopf, Schulleiter der HTL Mödling, im NÖN-Gespräch anmerkte: Alle 322 Maturantinnen und Maturanten seien „sehr motiviert angetreten und haben keine leeren Prüfungszettel abgegeben. Sie haben vielmehr die einmalige Chance genutzt, dass sie sich eigentlich nur verbessern können“.

Die Prüfungen an sich seien – was die Sicherheitsmaßnahmen betrifft – problemlos über die Bühne gegangen. Man habe die Schüler über zwei Eingänge in die Aula gelassen, dort das Desinfektions-Prozedere vorbereitet und sie dann in die angewiesenen Prüfungssäle gebeten. „Am 8. Juni ist die Klausurkonferenz“, merkte Sauerzopf an.

NOEN

Marina Röhrenbacher, Direktorin der Vienna Business School Mödling, erzählt von der Umsetzung der vorgeschriebenen Maßnahmen: „Da die Matura immer auf Computern abgelegt wird, mussten wir im Vorfeld unsere EDV-Säle umbauen, da nur jeder zweite Platz besetzt werden darf. Die übrigen Geräte haben die Lehrer in andere Räume gebracht und aufgebaut.“ Im Eingangsbereich erwartete die Schüler Desinfektionsmittel, „welches wir schon Anfang März aufgestellt hatten“, betont Röhrenbacher. Die Direktorin ist erleichtert, dass es in ihrer Schule keine „Zwischenfälle gab. Alle 50 Kandidaten haben die Klausur ausgefüllt abgegeben.“ In der Vienna Business School haben sich einige ehrgeizige Schüler für die freiwillige Prüfung angemeldet, „um ihre Note zu verbessern. Dabei handelt es sich aber bei den meisten um Verbesserungen von einem Zweier zu einem Einser“, erzählt Röhrenbacher stolz.

Wermutstropfen bleibt die Maturafeier

Auch Perchtoldsdorfs Gymnasiumdirektor Wolfgang Faber berichtet in positivem Ton: „An unserer Schule sind 57 Schüler zur Matura angetreten. Was den Ablauf betrifft, war ein nicht allzu starker Unterschied zu spüren. Die wesentliche Veränderung zu den Jahren davor bestand in der Anzahl der Räumlichkeiten, auf welche die Schüler aufgeteilt werden mussten – und die Hygienemaßnahmen“, erklärt Faber. „Die große Frage ist derzeit aber, wie die Maturantenverabschiedung stattfinden wird. Nach acht Jahren an der Schule wollen die Schüler und auch ich nicht einfach an ein abruptes Ende denken. Wir werden uns mithilfe der Gemeinde Perchtoldsdorf bemühen, den Absolventen eine angemessene Verabschiedung zu ermöglichen.“

Brigitte Schmid, Direktorin der HLW-Biedermannsdorf, ist begeistert von ihren „sehr disziplinierten Schülern. Es sind alle pünktlich zu den vorgegebenen Zeiten erschienen, um die Hygienemaßnahmen vorher noch einzuhalten“, niemand habe leere Prüfungszettel abgegeben.

Aufgrund der großen Anzahl an EDV-Räumen hatte die Schule kein Problem mit der großzügigen Aufteilung der Schüler. Auch an der HLW wird daran gearbeitet, „eine feierlichen Maturazeugnisübergabe gemeinsam mit dem Abschlusszeugnis der fünften Klasse zu organisieren“.

Der Direktor der Gymnasiums Keimgasse, Michael Päuerl, ist ebenfalls erfreut, „keine Zwischenfälle verzeichnet zu haben. Die Schüler haben sehr engagiert gearbeitet“. Päuerl spricht von einem „nicht allzu starkem Unterschied, was den Ablauf betrifft.“

Anmeldungen zur mündlichen Prüfung hat der Direktor noch nicht erhalten, „aber die Frist ist ja noch nicht vorbei.“

Und Direktor Reinhard Gogola vom Gymnasium Bachgasse in Mödling, bestätigt: „Es läuft perfekt. Die Matura fand für die Abschlussklassen im Turnsaal statt, unter Berücksichtigung aller Hygienemaßnahmen, alles funktionierte ohne Probleme, so wie immer.“

Und auch Martin Pfeffer, Direktor der HLM-HLP Mödling, berichtet von einem „guten Prüfungsablauf. Dieses Jahr sind in der HLM-HLP insgesamt 91 Kandidaten angetreten“. Erfreut berichtet Pfeffer auch von „keinerlei Zwischenfällen. Da wir sehr ehrgeizige und fleißige Schülerinnen und Schüler haben, hat niemand früher abgegeben. Alle haben ihr Bestes gegeben und die Arbeitszeit genutzt.“