Bezirk Mödling: Mit Testen zurück ins Training. Bezirksvertreter fordern Rückkehr zum mit negativen Coronatest, würden dafür einiges auf sich nehmen und kreativ werden.

Von Malcolm Zottl und Alexander Wastl. Erstellt am 26. Februar 2021 (03:22)
Symbolbild
APA (AFP)

In der Fußball-Bundesliga wird gekickt, in der Basketball-Superliga gedribbelt und in der Woman Handball Austria geworfen. Das ändert nichts daran, dass momentan Tausende, alleine im Bezirk Mödling, ihrem Sport nicht richtig nachgehen können. Denn jeglicher Vereinssport, der keine bundesweite Relevanz besitzt, ist tabu.

Das kommt in der regionalen Sportszene nicht gut an, etwa bei Marcel Weigl. Der Vösendorfer ist Funktionär beim örtlichen Fußballverein und Mastermind von Racketlon in Österreich – einer Kombinationssportart aus Tischtennis, Squash, Badminton und Tennis. Für die Rückkehr in den Trainings- und Wettkampfbetrieb hat Weigl einen konkreten Vorschlag: „Ganz einfach mit Eintritttests.“ Diese sollen vor Trainings und Wettkämpfen kontrolliert werden und dürfen nicht älter als 48 Stunden sein. Weigl schwebt eine Lösung über die Teststraßen vor, kann sich auch ein Testen innerhalb der Vereine vorstellen: „Wenn das die einzige Option ist, wird es daran nicht scheitern.“

Im Nachwuchsbereich gab es zuletzt erste Lockerungen, so dürfen einige Leistungsmodelle mit so genannten Spitzensportkonzepten wieder trainieren. Im Falle von Fußball gilt das für die Landesausbildungszentren (LAZ) und die Nachwuchsabteilungen (U11 bis U14) der Bundesligisten sowie die Akademien im Altersbereich U15 bis U18. Das sorgte für Kritik, rief Neider auf den Plan. Es wird gefordert, dass alle Kinder wieder auf den Rasen dürfen. Für Unverständnis sorgt bei den LAZ hingegen, dass die „Nasenbohrertests“ für die Schule zulässig sind, aber für das Trainieren nicht gelten.

Training draußen und mit Abstand

Einer, der diese Problematik kennt, ist Andreas Frischauf. Er selbst ist Trainer bei Mödlings Fechtunion und Wiener Neudorfs Judokämpfern. Sein Sohn spielt bei Schwechat in der U16 Fußball. „Im Fußball kann ich es absolut nicht verstehen, dass sie noch nicht geöffnet haben. Da kannst du mit Konzepten glänzen ohne Ende. Seien es Pass-, Lauf- oder Schussübungen, das geht alles ohne Berührung und mit genug Abstand. Ich sehe bei meinem Sohn, wie schwer er sich für Laufeinheiten alleine und so weiter motivieren kann“ schildert Frischauf.

Die Neudorfer Judoka versuchen, mit ihren Mitgliedern in Verbindung zu bleiben: „Mit Online-Trainings, Wochen-Challenges für die Kleinsten haben wir eine Schatzsuche im Raum Mödling organisiert“, erzählt Sportlicher Leiter Michael Mayerhofer. Er will die Öffnung nicht laut fordern, aber es ist vorgesorgt: „Wir werden dank der Gemeinde ein Zelt zur Verfügung haben, damit wir outdoor bei schlechtem Wetter trainieren können“, gibt aber zu bedenken: „Ich finde es schon bedenklich, vor allem Kinder solange unbewegt zu lassen, da sieht man, welche wichtige Funktion uns Vereinen zukommt.“ Rund die Hälfte der Mitglieder sei bei den Online-Trainings dabei. Ob der Rest zurückkommt, ist offen.

Die Fechtunion macht sich keine Sorge, nach dem Lockdown ohne Mitglieder dazustehen. Die Mödlinger erfreuten sich im September über regen Zulauf: „Womöglich, weil die Leute endlich wieder Bewegung haben wollten. Die scharren jetzt natürlich in den Startlöchern. Aber wer tatsächlich geblieben ist oder wieder kommt, wenn es wieder losgeht, wissen wir nicht“, seufzt Frischauf.