Zwangspause und intensiver Einsatz für Gilbert Schwarz. Während einige Mödlinger Fechter statt eines WM-Einsatzes nun im Trainingsalltag sind, leistet Gilbert Schwarz als Unfallchirurg auch in Coronazeiten seinen Dienst.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 01. April 2020 (04:00)
Maskentausch. Gilbert Schwarz steckt aktuell hinter einer Atemschutzmaske, anstatt hinter einer Fechtmaske
privat

Eigentlich wären die Mödlinger Säbelfechter bei der Weltmeisterschaft in Salt Lake City (USA) im Einsatz gewesen. Doch aufgrund der Coronakrise steht statt der Weltbühne Training in den eigenen vier Wänden an. Natürlich sind auch die Trainingshallen aufgrund der Coronamaßnahmen gesperrt. Die nationalen Meisterstaften wurden ebenfalls gestrichen.

Säbelfechter im Dauereinsatz

Für Gilbert Schwarz, mehrfacher Staatsmeister im Säbel, stehen jetzt andere Dinge im Vordergrund. Der Mediziner arbeitet in der Unfallabteilung im Wiener AKH und hat nun dauerhaft seine Fechtmaske gegen eine Atemschutzmaske getauscht. "Genau dafür sind wir in die Medizin gegangen", sagt Schwarz. Gemeinsam mit den vielen anderen im Team der Notfallchirurgie leistet er damit seinen Beitrag, um die Versorgung in diesem Bereich aufrecht zu halten. Dafür leistet er jeweils zwei Wochen durchgehend Dienst, bevor er für zwei Wochen zu Hause bleiben muss. Sein Appell an die Bevölkerung: "Auch wenn es zunehmend schwer fällt, bitte bleibt zu Hause und leistet so Euren Beitrag, die Krise so gut es geht zu meistern.“

Schaden ist für FUM enorm

Dem schließen sich die Verantwortlichen der Fecht-Union-Mödling (FUM) an und hoffen, dass sie Ihre Fechter bald wieder sehen. in der Zwischenzeit versorgen sie diese über WhatsApp-Gruppen mit Fitness-Tipps und Trainingsanweisungen. „Wir wissen nicht, wann wir wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen dürfen, das hängt natürlich von den Vorgaben der Bundesregierung ab. Wir werden aber genau darauf achten, dass wir unsere Fechter nicht zu früh einer Gefährdung aussetzen“, meint Obfrau Birgit Grasnek. Da der Trainingsbetrieb aber ohnehin von der Öffnung der Schulen abhängt, ist eine längere Unterbrechung zu befürchten. Auch andere Trainingsstätten, wie das BSFZ Südstadt sind geschlossen. Selbst wenn die Saison 2019/20 zu Ende gebracht werden könnte, wäre aus sportlicher und finanzieller Sicht der Schaden enorm.