Start-up führt Kampf gegen Internet-Briefträger. Start-up gibt Web-Benutzern ihre Anonymität zurück und verhindert die Speicherung ihrer Daten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 16. Februar 2020 (15:21)
Drei Pioniere des Internets, was die Sicherheit im weltweiten Netz angeht: Tabitha, Raphael und Daniel.
Jandrinitsch

Ein Aufschrei ging im Vorjahr durch die Medien, als bekannt wurde, dass die Post Daten ihrer Kunden für Wahlwerbezwecke weiterverkaufte. So werden etwa die Daten bei Newsletters, Gewinnspielen, aber auch bei Nachsendeaufträgen erhoben: Wer den Wohnort wechselt und dafür einen Nachsendeauftrag einrichtet, wird darüber informiert, dass die Daten weiterverkauft werden können. Wer das nicht will, muss aktiv widersprechen. Doch das ist nichts im Vergleich dazu, welche Datenmengen der Internetriese Google absaugt und speichert.

Raphael Fiedler aus Gießhübl ist einer der Gründer von safing, jener Firma, die in Baden eine Software entwickelt, die verhindert, dass Google, Facebook und C.. alles über die Vorlieben ihrer User wissen und dann versuchen, diese durch gezielten Datenverkauf zu Geld zu machen.

„Das Internet ist ein offenes Tor für Überwachung durch die Möglichkeit, die es heute gibt, günstig riesige Mengen an Daten zu speichern“, sagt Fiedler. Nicht, um das Internet zu beschleunigen, sondern, um noch mehr Datenmengen von seinen Nutzern speichern zu können, lässt Google sogar Kabel unter dem Atlantik und Pazifik verlegen.

 „Google macht sein Geld, in dem der Konzern Daten sammelt und verkauft“, betont Fiedler

 Dem wollen Raphael Fiedler, Programmierer Daniel Hovie und das Team jetzt einen Riegel vorschieben. „Wir sind die Ersten, die das Briefgeheimnis digitalisieren, weil wir mit einem einfach zu bedienenden Programm alle Verbindungen eines PCs mehrfach verschlüsselt durch unser Netzwerk leiten. Die mehrfachen Verschlüsselungen bedeuten, dass es nie einen Internet-Briefträger gibt, der weiß, wer ich bin oder wo ich hin möchte.“

Für den Aufbau ihres weltumspannenden Netzwerkes, der sogenannten „safing points“ die die sicheren Verbindungen garantieren, hat das Unternehmen auch eine Crowd funding-Aktion gestart, die bis 27. Februar läuft. „Damit wollen wir nicht nur Geld lukrieren, sondern auch unsere potenziellen Kunden und deren spezifische Bedürfnisse rechtzeitig kennenlernen“, präzisiert Fiedler.

Das Start-up ist in kürzester Zeit von zwei auf sieben Mitarbeiter angewachsen und übersiedelt demnächst ins Kaiserhaus in Baden.

www.kickstarter.com