Neue Ziele: Lernen in der Pension. Die Guntramsdorfer NMS-Direktorin Christa Friedl geht in Pension. Langweilig wird ihr dabei nicht, so will die Pädagogin auch Italienisch lernen.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 03. August 2020 (05:19)
Direktorin Christa Friedl will im Ruhestand Italienisch lernen und mit den „Enkelhunden“ im Wald spazieren gehen. Über den Sommer wird noch in der Kanzlei ausgemistet.
privat

Mit Ende August geht die Direktorin der Neuen Mittelschule Christa Friedl im 65. Lebensjahr in Pension. In insgesamt 43 Jahren im Lehrerdienst hat Friedl zunächst Deutsch und Sport unterrichtet und sich später auch als Biologin weitergebildet.

Elf Jahre lang war sie Direktorin in der NMS Guntramsdorf und sieht nun den richtigen Zeitpunkt für die Pension gekommen: „Im neuen Schuljahr kommt ein neues Einstufungs- und Beurteilungssystem für die Mittelschule, es ist gut, wenn gleich die neue Direktorin diese Neuerungen gemeinsam mit dem Team entwickelt.“

Das letzte Schuljahr war für Friedl aufgrund der Covid-19 Krise ein ganz besonderes: „Der Schulbetrieb war organisatorisch eine Herausforderung. Neben der Gruppeneinteilung haben wir eine eigene Lernplattform entwickelt, dorthin haben alle Lehrer unserer Schule immer montags die Arbeitsaufgaben für die gesamte Woche hochgeladen. Den Kindern fiel es so leichter, alle Aufträge zeitgerecht zu erledigen“, erklärt die Direktorin die Vorteile der einheitlichen Lernplattform.

Über den Sommer erledigt Friedl letzte Abschlussarbeiten: „Ich erstelle die Lehrfächerverteilung und den Stundenplan gemeinsam mit meiner Nachfolgerin. Das machen wir immer im Sommer.“ Darüber hinaus wird kräftig ausgemistet. „Nach so vielen Jahren habe ich mich in der Kanzlei gut heimisch gemacht, ich muss die EDV aber auch das Büro kräftig entrümpeln um die Schule gut zu übergeben“, führt Friedl aus.

Im August ist dann Familienurlaub im Salzburger-Land geplant. Mit dabei sind Tochter Hannah mit ihrem Lebenspartner und den zwei Hunden. Friedl freut sich auf die viele Zeit, die sie fortan für die Familie und die „Enkelhunde“ haben wird, möchte aber auch wieder mehr Sport machen. „Ich bin eine leidenschaftliche Tennisspielerin und kann mich nun auch tagsüber in Gruppen einschreiben.“

Im Ruhestand will Friedl weiterhin in der Chorvereinigung Maria Enzersdorf mitsingen und im Anschluss öfters einmal beim geselligen Beisammensein dabei sein. In die Politik zieht es die ehemalige ÖVP-Bürgermeisterin von Gießhübl nicht mehr. „Ich bin immer noch im Hintergrund involviert, werde aber nicht mehr aktiv politisch tätig sein“, versichert Friedl. Lieber möchte sie Italienisch lernen und an der Perchtoldsdorfer Volksschule Lesepatin sein, wie sie Direktorin Katharina Hussian versprochen hat.

Auch um die Simba Vision Partnerschule in Tansania will sich Friedl weiterhin kümmern: „Mein verstorbener Mann hat die Unterstützung ins Leben gerufen, unsere Schule hat das Projekt mit vielen Charity Aktionen unterstützt. Ich möchte nachsehen, wie es den Kindern dort geht und wie groß die Bäume schon sind, die wir gepflanzt haben.“ Das Lebewohl von den Kollegen und Schülern war für Friedl sehr emotional. „Beim Abschiedsfest des Lehrerkollegiums sind die Emotionen hochgegangen, es war unglaublich persönlich“, sagt Friedl. Dennoch freut sie sich auf die Pension: „Ich glaube nicht, dass mir fad wird.“