Radtour vom Papst zum Weihnachtsmann. Letztes Jahr besuchte Johann Günther den Papst, heuer radelte er zum Polarkreis und zum Weihnachtsmann.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 14. Juli 2019 (04:32)
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Bei seinen Radtouren trifft sich Johann Günther gerne mit namhaften Persönlichkeiten, im Vorjahr mit dem Papst, heuer mit dem Weihnachtsmann.

Der Hinterbrühler Johann Günther hat sich ein klares Ziel gesteckt: Europa von Nord bis Süd mit dem Fahrrad zu durchqueren. Und das setzt er nun Jahr für Jahr in Etappen um.

Radelte er im Vorjahr Richtung Süden, um in Rom den Papst persönlich zu treffen, so machte er sich heuer auf den Weg nach Norden.

Über Kopenhagen ging es nach Stockholm, dann nach Finnland, an der Küste entlang Richtung Lappland und schließlich zum Polarkreis.

"Die Mückenplage war so schlimm"

Satte 2.220 Kilometer brachte er in den drei Wochen hinter sich. Mit dabei hatte er nur, was in zwei Packtaschen passte und ein neues Navi. „Das war spitze, denn es führte mich an ruhige, ja fast entrische Orte“, erzählt Günther begeistert. „So zum Beispiel in Lappland, wo über 70 km nicht einmal ein Gasthaus zu sehen war.“ Über die Rastpausen, die denkbar kurz ausfielen, schmunzelt er jetzt: „Die Mückenplage war so schlimm, dass ich gerne weitergefahren bin.“

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Nach 2.220 Kilometer endlich am Ziel: der Hinterbrühler Johann Günther am Polarkreis.

Abenteuerlich nehmen sich seine Erzählungen aus: 1.000 km mit Gegenwind, Temperaturen fallweise unter 10 Grad, und eine spontane Quartierwahl, die ihn in einem Nonnenkloster, einem Pferdestall und einem ausrangierten Schiff nächtigen ließn. Bis auf eine Etappe, wo ihn ein Freund bis ins finnische Oulu begleitete, war Günther immer alleine unterwegs.

Überwältigend war das Gefühl, endlich am Polarkreis zu stehen. Und wenn man schon mal dort ist, wo angeblich der Weihnachtsmann wohnt, will man ihn auch treffen. „Es war super, ich habe mich in die Schlange der wartenden Kinder eingereiht“, schmunzelt Günther über das ungewöhnliche Treffen.

Die nächste Etappe für das kommende Jahr ist schon fix: „Es geht nach Murmansk.“