Der indische Trainer-Guru in Mödling und Wiener Neudorf. Cedric D'Souza coacht seit kurzem in Mödling und Wiener Neudorf. In seinem Leben war er indischer Teamtormann, Nationalcoach und arbeitete auch schon in Griechenland.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 05. Juni 2020 (13:59)
Cedric D'Souza macht auch den Wiener Neudorf-Spielerinnen Daniela Dragosits (l.) und Selina Scheibenbauer (r.) Dampf.
HC Wiener Neudorf

Seit vier Jahren arbeit Cedric D'Souza in Österreich. Seit kurzem bringt der indische Trainer-Guru sein Know-how auch im Bezirk Mödling ein. An jeweils zwei Tagen der Woche trainiert D'Souza mit der HG Mödling und dem HC Wiener Neudorf. Doch wer ist dieser Mann überhaupt? Der 64-Jährige war zu aktiven Zeiten Tormann der indischen Nationalmannschaft. Als Trainer arbeitete er als indischer Teamchef, schaffte es mit seiner Mannschaft zu Champions Trophy, Weltmeisterschaft und Olympia.

Coach wie ein Lotto-Sechser

Als "Entwicklungshelfer" versuchte sich D'Souza unter anderem schon in Griechenland, als er den Gastgeber bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen coachte. Für Wiener Neudorfs Obmann Paul Pultar war das Arrangement mit D'Souza "wie ein Lotto-Sechser." Auch die Nachwuchsspieler nimmt der international erfahrene Coach unter seine Fittiche. Legendär sein Ausspruch: "Gebt mir 16 fitte und willige Jungs und ich forme aus ihnen binnen drei Jahren ein Spitzenteam in Österreich. Auch wenn sie keine Hockey-Vorkenntnisse haben."

Wichtig ist, dass Kinder Spaß haben

In Österreich ist das freilich nicht so einfach, wie in anderen Ländern. Hierzulande ist Hockey ein unbezahlter Randsport. Doch D'Souza bringt schon auch Geduld mit, kümmert sich auch um die nicht so talentierten Jugendlichen: "Wichtig ist doch, dass sie Freude am Hockey-Sport habe und das möchte ich vermitteln", meint D'Souza, der seine Anweisungen im Training ausschließlich auf Englisch gibt, also gleich auch als Sprachcoach der Jugendlichen fungiert. 

Von D'Souza kann man viel lernen

D'Souza legt bei seinem Training viel Wert auf Disziplin, verlangt diese auch von seinen Schülern. Die Handys aller Beteiligten bleiben in der Kabine. "Er verlangt viel von uns, ist aber auch immer bei der Sache und hat auch immer ein offenes Ohr. Da kann man sehr viel lernen", kommentiert ein Nachwuchsspieler. Und auch Wiener Neudorf-Obmann ist vom Training des Inders begeistert: "Seine Bescheidenheit und sein Engagement sind großartig."