Schutzzone beim Bahnhof in Mödling bleibt. Exekutive und Bezirkshauptmannschaft haben den Hotspot weiterhin im sicherheitspolizeilichen Visier.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 14. Mai 2021 (05:34)
Der Bahnhof Mödling bleibt weitere sechs Monate Schutzzone.
Dworak

Seit November 2017 ist im Bereich des Bahnhofs Mödling eine Schutzzone gemäß Sicherheitspolizeigesetz ausgewiesen. Und der Hotspot wird nach einer Evaluierung zwischen Bezirkshauptmannschaft und Bezirkspolizeikommando Mödling auch im nächsten halben Jahr (ab 13. Mai) Schutzzone bleiben.

Demnach sind Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes ermächtigt, „Personen, von denen aufgrund bestimmter Tatsachen, insbesondere wegen vorangegangener gefährlicher Angriffe anzunehmen ist, dass sie strafbare Handlungen nach dem Strafgesetzbuch, dem Verbotsgesetz oder gerichtlich strafbare Handlungen nach dem Suchtmittelgesetz begehen werden, wegzuweisen und ihnen das Betreten der Schutzzone zu verbieten“, erklärte Bezirkshauptmann Philipp Enzinger die Gesetzeslage.

Exekutive sprach 64 Betretungsverbote aus

In den vergangenen sechs Monaten wurden insgesamt 14 Delikte nach dem Strafgesetzbuch (11 Einbruchdiebstähle, 2 Diebstähle, 1 Sachbeschädigung), 13 Delikte nach dem Suchtmittelgesetz und mehrere Verwaltungstatbestände zur Anzeige gebracht. 64 Betretungsverbote wurden ausgesprochen. 32 Mal wurde Anzeige wegen Nichtbeachtung des Betretungsverbots erstattet, berichtet Bezirkspolizeikommandantin Gertraud Haselbacher. „Die Schutzzone im Bahnhofsbereich hat sich für das polizeiliche Einschreiten bis dato bestens bewährt und sich als äußerst zweckmäßig und sinnvoll erwiesen. Sie stellt ein sehr nützliches und adäquates Mittel zur Bekämpfung der Kriminalität in diesem Bereich dar.“

Junges Trio trieb am Bahnhof sein Unwesen

Aktuell wurden ein 16- und ein 19-Jähriger festgenommen und in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert, die im Bahnhofsbereich ihr Unwesen getrieben haben, ein 17-Jähriger wurde angezeigt. Der Jüngste des Trios soll jeweils mit einem der beiden Beschuldigten die Opfer geschlagen und getreten haben. Einem 15-Jährigen wurde eine Einkaufstasche mit Bekleidung geraubt, ein 24-Jähriger aus dem Bezirk Mödling hatte im Februar Anzeige erstattet, nachdem ihm auf den Stufen des Pepi-Wagner-Durchgangs ein junger Mann unvermittelt auf die Wange geschlagen hatte.

Aufgrund einer Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt klickten für den 19-Jährigen im März in Mödling die Handschellen. Bei seiner Einvernahme bestritt er die Tat. Der 16-Jährige wurde Ende April in Brunn am Gebirge festgenommen. Der 17-jährige Beschuldigte war teilweise geständig, er wurde angezeigt.