Hypo holt sich Cuptitel bei "Finale dahoam". Hypo Niederösterreich feierte den 31. Triumph im Cup. Im Endspiel brauchte es gegen Atzgersdorf aber eine echte Kraftanstrengung.

Von Malcolm Zottl und Max Kolodej. Erstellt am 10. Mai 2021 (07:40)

Nach der Corona-Zwangspause ist Hypo NÖ im Dauereinsatz. Am Mittwoch fixierten die Südstädterinnen erst den Cup-Finaleinzug. Am Sonntag ging es im Endspiel um den ersten Titel der Saison. Im Finale wartete wenig überraschend Atzgersdorf. Die Wienerinnen sind aktuell wohl das einzige Team in Österreich, dass Hypo in Bedrängnis bringen kann und das tat Atzgersdorf in der ersten Hälfte dann auch gleich. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase kassierte Hypos Johanna Bauer die erste zwei Minuten-Strafe der Partie. Atzgersdorf nutzte das eiskalt aus, zog auf 7:4 davon.

Hypo in Durchgang eins nervös

Diesen Vorsprung verteidigten die Gäste im ersten Durchgang auch, weil einerseits Hypo im Angriff zu viele Fehler beging und nervös wirkte, andererseits weil die Korneuburgerin im Atzgersdorf-Dress, Johanna Reichert, einmal mehr die herausragende Figur am Spielfeld war, Hypo alleine 13 Tore einschenkte. Darüber hinaus entschied Gäste-Keeperin Nicole Ivkic das Duell mit Hypo-Pendant Stephanie Reichl eindeutig für sich. Immerhin verkürzte Claudia Wess in der Schlusssekunde von der Siebenmeter-Linie noch auf 9:12. 

Hypo gelingt die Aufholjagd

Nach der Pause bekam Hypo mehr Zugriff auf das Spiel. Anna Hajgato, die für die glücklose Reichl in die Partie gekommen war, lieferte die eine oder andere sehenswerte Parade. Auf der Gegenseite agierten die Südstädterinnen konzentrierter, ließen keine Chancen mehr aus. Und so gab es Mitte der zweiten Hälfte die erstmalige Führung der Favoritinnen. Ana Pandza traf zum 18:17. Hypo gab die Führung ab diesen Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand, dennoch blieb es lange spannend, weil Atzgersdorf nie aufgab, sich im ersten Cup-Finale der Vereinsgeschichte aber schlussendlich dennoch mit 25:27 geschlagen geben musste. 

"Jede hat für jede gekämpft"

"Nach der letzten Saison, die coronabedingt abgebrochen werden musste, ist es natürlich sehr erleichternd, dass wir das jetzt geschafft haben", pustete Hypo-Kreisläuferin Steffi Kaiser nach der Partie im ORF-Interview durch, zollt dabei aber auch dem Gegner Respekt: "In der ersten Halbzeit haben wir sehr viel verworfen, sind eigentlich nicht gut in die Partie gekommen, in der zweiten Hälfte haben wir noch einmal Vollgas gegeben. Da hat jede für jede gekämpft und nicht aufgehört. Es ist super für uns, dass das jetzt so aufgegangen ist. Atzgersdorf hat super gespielt, vor allem am Anfang toll in die Partie gefunden."

"Herz hat die Beine kompensiert"

 Ins selbe Horn stieß Hypo-Trainer Feri Kovacs: "Atzgersdorf war in der ersten Halbzeit eindeutig dynamischer – in der Deckung wie auch im Angriff", der Coach ist aber stolz auf seine Mannschaft, weil "Gottseidank hat in der zweiten Halbzeit das Herz kompensiert, was in den Beinen gefehlt hat.“ Mit dem Cupsieg ist das erste Saisonziel der Hypo-Damen erreicht. Ab jetzt gilt der volle Fokus der Meisterschaft, in der Hypo in den bisherigen 20 Partien ungeschlagen blieb. Holen sich Johanna Schindler und Co. auch den Meistertitel, dann jubeln die Südstädterinnen am Saisonende über das erste Double seit 2016.