Alex Kristan: „Wie ein Geisterspiel“. Alex Kristan sehnt den ersten Live-Auftritt am 19. Mai herbei. Fast 80 Vorstellungen mussten bislang verschoben und neu terminisiert werden.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 13. Mai 2021 (03:44)
ORF/Hubert Mican

Nein, untätig sei er während der Zwangspause nicht gewesen, machte Komiker & Parodist Alex Kristan im NÖN-Gespräch deutlich. Er habe weiterhin das gemacht, was er als seine grundlegende Aufgabe sieht: „Die Menschen zu bespaßen, sie auf andere Gedanken zu bringen und für gute Laune in Zeiten wie diesen zu sorgen.“ Das ist ihm fast wöchentlich gelungen.

Die Kurzbeiträge via Facebook wurden hunderttausende Male geliked. Darunter etwa Andy Herzogs Erlebnisse im „Kaufhaus Österreich“, der Rücktritt von Jogi Löw als deutscher Bundestrainer, Hans Krankls Abrechnung mit dem Nationalteam nach dem Desaster gegen Dänemark, aufmunternde Worte an die nach der Lizenz suchende Austria und nicht zuletzt ein Geburtstags-Extra anlässlich des 80ers von Heinz Prüller. „Das Feedback war jedes Mal sensationell“, freute sich Kristan.

Mit sämtlichen Beiträgen, die während der Corona-Auszeit entstanden sind, könnte er „locker ein Programm füllen“, jetzt ist allerdings erst einmal das Nachholen von ungefähr 80 verschobenen Terminen angesagt.

Der Maria Enzersdorfer startet mit seinem bewährten Solo „Lebhaft – Rotzpipn forever“ in die Saison. Die beginnt „nach der ersten klaren Planbarkeit seit Langem“ exakt am 19. Mai in der „Bettfedernfabrik“ in Oberwaltersdorf. Auch im Juli und August, wo normalerweise kabarettistische Sommerpause herrscht, wird Kristan bei Open-Air-Shows zu sehen sein.

Was Alex Kristan aus der Corona-Zeit mitnimmt? „Die einzige Konstante ist die Veränderung. Und dass der Begriff ,Kulturnation’ offenbar nur bei Schönwetter zu gelten scheint.“ Er selbst sei gesundheitlich bislang gut durch die Krise gekommen, beruflich haben sein Team und er vorwiegend mit der Ordnung des Termin-Chaos zu tun gehabt. Kein Vergleich zu dem, was vor allem das Personal in Spitälern zu leisten hatte: „Davor habe ich tiefen Respekt.“

Die nächsten beiden Freitage stehen im ORF wieder „Kabarettgipfel“ an. Aufgenommen wurden die Sendungen in der leeren Halle F der Wiener Stadthalle: „Das ist wie ein Geisterspiel oder ein Trainingskickerl. Du starrst nur in die Kameras, es gibt kein Feedback des Publikums“, sehnt Kristan echte Live-Auftritte herbei.

Klar, dass das „Lebhaft“-Programm ein wenig adaptiert wurde, bei den Stimmen „bleibt es bei allen bewährten Personen.“ Wiewohl Alexander van der Bellen bei „KRISTAN 4 YOU“ (persönliche Glückwünsche, Mobilboxansagen, Videogrußbotschaften) sehr beliebt sei.

Und Sebastian Kurz aus dem „Bundesministerium für Irreres“ überlasse er Daniel Sattler. Der junge Mödlinger „hat den Kanzler so gut drauf, dass es davon keine zweite Parodie braucht“, applaudiert Kristan dem Nachwuchs-Comedian.

alexkristan.at