Online-Petition will „Stadt beleben“. Gastronom Paul Schnecker will mehr Schwung in die Fußgängerzone bringen und vor allem jüngere Gäste ansprechen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:09)
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Mit Freunden gemeinsam Essen, Lachen und sich in zwangloser Atmosphäre unterhalten – das wünscht sich Paul Schnecker auch für die Mödlinger Abendgastro-Szene.

Seit 13 Jahren ist Paul Schnecker in der Mödlinger Abendgastronomie tätig. Doch auch schon in seiner Jugend war der Traiskirchner in Mödling unterwegs, die Stadt habe sich ausgehmäßig nicht unbedingt zu ihrem Vorteil verändert, findet Schnecker.

Ihm ist bewusst: „Natürlich ist das immer so eine Sache, zu sagen, früher war alles besser. Aber ich habe schon den Eindruck, dass das Angebot für junge Leute früher größer war.“

Der springende Punkt, warum er jetzt gemeinsam mit anderen Abend-Gastronomen eine Online-Petition gestartet hat, ist das Rauchverbot, dass ab Herbst für alle Gastronomiebetriebe gelten soll. „Dann ist zu befürchten, dass die Gäste zum Rauchen vor das Lokal gehen, und das wird wieder zu Konflikten mit den Anrainern führen“, befürchtet Schnecker.

"Für die Altersgruppe 20 bis 28 Jahre gibt es ja keine Angebote in Mödling"

550 Menschen haben die Petition bis jetzt unterschrieben (den Link findet ihr hier). Darin geht es nicht nur um mehr Toleranz vonseiten der Anrainer, sondern auch um mögliche Ideen und Aktionen, die vor allem ein jüngeres Publikum anlocken sollen, denn, so meint Schnecker: „Für die Altersgruppe 20 bis 28 Jahre gibt es ja keine Angebote in Mödling, die diese in die Fußgängerzone locken würden.“ Lärmveranstaltungen will er aber keine, alles soll sich in einem gewissen Rahmen bewegen. Die Online-Petition möchte er auch gerne der Stadtgemeinde übergeben. Bürgermeister Hans Stefan Hintner, VP, hat nichts gegen Aktionen oder Feiern, die der Fußgängerzone Auftrieb verleihen. „Wir versuchen zu helfen und zu unterstützen wo wir können und wo wir zuständig sind. Initiativen von der Stadt und dem Stadtmarketing haben wir ja noch nie verhindert oder aufgehalten. Ich gebe nur zu bedenken, dass die Gemeinde nicht für alles, was die Gastronomie betrifft, zuständig ist.“

So würden Landes- und Bundesgesetze hinsichtlich der Lärmentwicklung zum Tragen kommen, die Bezirkshauptmannschaft ist verantwortlich für die Genehmigung der Betriebsstätte an sich, von der es auch abhängt, wie lange ein Lokal dann geöffnet haben darf. Und natürlich müsse auch das Veranstaltungsgesetz berücksichtigt werden, hier sei wieder die Gemeinde am Zug. Hintner versichert aber: „Für gute Ideen sind wir immer aufgeschlossen.“

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