Ruhestand: Oberst zieht die Uniform aus. Eine Polizeikarriere geht mit 30. September zu Ende: Mödlings Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger nähert sich der Pension.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 25. September 2020 (05:34)
Oberst Peter Waldinger, sieben Jahre lang Bezirkspolizeichef in Mödling, ist ab Oktober Pensionist.
BPK Mödling

Die exekutive Karriere des (seit 25 Jahren) Guntramsdorfers begann an einem denkwürdigen Datum: 1. August 1976 – jener Tag, an dem die Reichsbrücke einstürzte und Niki Lauda am Nürburgring schwer verunglückte.

Für Waldinger (62) war nach der Matura in Waidhofen/Ybbs – „Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka war eine Klasse höher als ich“ – die Entscheidung zwischen Beruf oder Studium klar: Die Gendarmerie interessierte ihn am meisten.

„Bürgernähe und Transparenz müssen auch künftig im Mittelpunkt der Polizeitätigkeit stehen“, ist Peter Waldinger überzeugt

Also rückte Waldinger ins Schloss Freiland (Bezirk Lilienfeld), damals eine Außenstelle der Schulabteilung des Landesgendarmeriekommandos, ein.

Exekutive Erfahrung sammelte Waldinger in Brand-Laaben und Wilhelmsburg (beide Bezirk St. Pölten-Land), schon bald wurde offensichtlich, in welche Richtung es gehen sollte: Nach Fach- und Offizierskurs – gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl, SPÖ – avancierte Waldinger zum stellvertretenden Leiter von Franz Polzer im Landeskriminalamt. Entsprechende Zusatzausbildung holte er sich unter anderem auch bei einem dreimonatigen Lehrgang beim FBI (Federal Bureau of Investigation) in Washington. „Da ging’s vor allem um Kriminalpsychologie und Führungsmanagement“, erinnert sich Waldinger.

Der Wechsel ins Bundeskriminalamt (Leiter der Observationsgruppe) war für Waldinger beruflich nicht das Gelbe vom Ei, der Wechsel zurück nach Niederösterreich war beschlossene Sache: „Ich hatte Glück, dass 2007 der Posten als stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Baden, zugleich Leiter des Kriminalreferates, frei war.“

Mit 1. November 2013 ergriff Waldinger die Chance, Nachfolger von Wolfgang Nicham als Polizeichef in Mödling zu werden. „Die Eingewöhnung war nicht schwer, zumal Baden und Mödling etwa dieselbe Bezirksstruktur haben.“

Dank des gesamten Teams sei es gelungen, Herausforderungen wie die Flüchtlingswelle zu meistern und „Wesentliches umzusetzen. Ich denke da nur an den Kampf gegen Drogenlenker, wo wir Vorreiter sind, die Eindämmung der Einbrüche, die Neuorganisation nach der Schließung des Postens Gaaden, die Schaffung der Fahrradpolizei und nicht zuletzt den Aufbau von ,Gemeinsam.sicher’. Bürgernähe und Transparenz müssen auch künftig im Mittelpunkt der Polizeitätigkeit stehen“, meint Waldinger.

Ab 1. Oktober wird es „endlich mehr Zeit für Familie und Wandern geben“, politisch wird Waldinger weiterhin als SPÖ-Verkehrsreferent in seinem Heimatort engagieren.

Nachfolge sollte bis Jahresende geklärt sein

Was die Nachfolge betrifft, sieht Waldinger „österreichweit keinen Besseren als den derzeitigen Stellvertreter Oliver Wilhelm.“ Landespolizeidirektor Franz Popp erklärt im NÖN-Gespräch, dass die Bewerbungsfrist bis 29. September läuft. Dann ist „die Personalvertretung einzubinden und wenn wir zur Entscheidung berufen sind, dann ist noch die Zustimmung des Innenministeriums einzuholen“. Er rechne mit einer Nachbesetzung gegen Jahresende.